Die 3. Piste

Die 3. Piste

Die dritte Piste wird uns Kapellerfeldern als das A & O der Entlastung verkauft. Selbst die Vertreter der Stadtgemeinde Gerasdorf sind davon überzeugt, was der Flughafen über die dritte Piste und unserer angeblichen Entlastung von sich gibt.

Doch wie schaut es wirklich aus, wenn die dritte Piste gebaut wird?


Die Lage der dritten Piste in einer Satellitenansicht.
(Quelle: http://www.neinzurdrittenpiste.at)

Wie man sieht, soll die dritte Piste parallel zur bestehenden Piste 11/29 gebaut werden. Also Richtung Wien zeigen. Da das dann enstehende Pistensystem  11/29 L+R die uns betreffende Piste 16/34 kreuzt, wäre diese still zu legen, wenn das Parallelpistensystem in aktivem Start- und Landebetrieb ist, weil die An- und Abrollwege über diese Piste führen. Um die Piste 16/34 nutzen zu können, muss umgekehrterweise das Parallelpistensystem 11/29 L+R stillgelegt werden.

Was wird mit dem Parallelpistensystem bezweckt? Reine Trafficerhöhung mit der Ausrede, dass das 2-Pistensystem an seine Kapazitätsgrenzen gekommen ist. Auf einem Parallelpistensystem kann theoretisch die Start- und Landefrequenz verdoppelt werden. Wir haben derzeit ein Maximum von 400 Starts und Landungen am VIE, später könnten es dann 800 werden!

 


Mit dieser Grafik (Quelle: www.fluglaerm.at) will man uns weis machen, dass es zu einer massiven Entlastung von Kapellerfeld kommen würde, doch der Schein trügt!

Und hier stellen wir nun unsere Fragen, die das Thema Entlastung von Kapellerfeld durch die dritte Piste betreffen:

Von der in der Mediation vereinbarten Landeanzahl von bis zu 27% aller Anflüge sollen nach dem Bau der dritten Pist plötzlich nur mehr 2,7% erfolgen. Da die Prozentangaben keine realen Zahlen ausdrücken, ist es umso schwerer, sich einen Eindruck davon zu machen, wie es wirklich aussieht. Im Prinzip redet man hier von einer Abschwächung der Landefrequenz auf nur mehr 10% aller Landungen über uns hinweg. Nimmt man die aktuelle Zahl von 2017 her, dann waren es ingesamt 28363 Landungen (offizielle Zahl) zur Piste 16. 10% davon wären dann immerhin “nur mehr” 2836 Landungen. Doch wenn das Parallelpistensystem in Betrieb ist, und das wird es von Morgens bis Abends, stellt sich die Frage: WANN landen die knapp 3000 Flugzeuge dann auf der Piste 16?

Da Wien ein Nachflugverbot hat und wir nur eine Nachtflugregelung, ist diese Frage schon einmal beantwortet. Das sind genau die 3000 Nachtflüge, die man in der Mediation für den Fall dass die dritte Piste gebaut wird, vereinbart hatte! Wir werden in den Abend und Nachtstunden weiterhin vom geundheitsschädlichen Fluglärm betroffen sein, und um den Schlaf gebracht werden.

Nun zu den Angaben des Flughafens bezüglich Starts und Landungen in Bezug auf die Windrichtung:

Wind bestimmt Lande- und Startrichtung
Aus welcher Richtung Flugzeuge anfliegen bzw. in welche Richtung sie starten, ist von den Windverhältnissen in Flughafennähe vorgegeben. Das Prinzip gilt seit Beginn der Luftfahrt und wurde den Vögeln abgeschaut.

Westliche Winde
Starts erfolgen destintionsabhängig in Richtung Schwechat [Piste 29] sowie in Richtung Groß-Enzersdorf [Piste 34].  Landungen werden über Kleinneusiedl [Piste 29] bzw. über Margarethen/Moos [Piste 34] in Richtung Flughafen geführt. In der Zeit von 21h bis 07h finden Starts wie auch Landungen ausschließlich in Pistenrichtung 29 statt.

Windstille (unter ca. 6 Knoten Wind)
Starts erfolgen vorwiegend in Richtung Schwechat [Piste 29], destinationsabhängig auch in Richtung Margarethen/Moos [Piste 16]. Landungen werden vorwiegend über Groß-Enzersdorf [Piste 16] in Richtung Flughafen geführt. In der Zeit von 21h bis 07h werden Landungen nur zur Piste 29 geführt.

Östliche Winde
Starts erfolgen hauptsächlich in Richtung Margarethen/Moos [Piste 16]. Landungen werden über Schwechat [Piste 11] bzw. Groß-Enzersdorf [Piste 16] in Richtung Flughafen geführt. Nur bei guter Sicht für den Tower finden zu Stoßzeiten Landungen in Pistenrichtung 16 als auch in Pistenrichtung 11 gleichzeitig statt. In der Zeit von 21h bis 07h werden Landungen nur zur Piste 16 geführt.

Gesetzt der Fall, die dritte Piste wird in Betrieb genommen, verzichtet die Flugsicherung dann auf diese Bestimmungen? Wird bei östlichen Winden, oder bei Westwind dann entgegen dieser Angaben auf dem Parallelpistensystem gelandet und gestartet? Oder werden die Pisten gesperrt und die Piste 16/34 dafür geöffnet? In diesem Fall wird dann die Kapazität von zwei Pisten auf einer einzigen abgewickelt! Was das bedeutet kann man sich auch als Laie vorstellen. Statt im Minutentakt wie bisher, gibts dann kreischende Überflüge im 30-Sekundentakt!

Der angebliche Wirtschaftsfaktor:

Der Flughafen Wien bezeichnet die dritte Piste als Jobmotor, und gibt an, damit 30000 Arbeitsplätze zu schaffen. Eine tolle Zahl. Uns wird in den Medien und von den Politikern verkauft, dass diese eine neue Piste eben diese Anzahl an Jobs bringen wird. Das derzeitige Zweipistensystem bringt es laut offiziellen Angaben (die wir aber in der Höhe bezweifeln) auf ca. 20000 Jobs. Wohlgemerkt mit zwei Pisten und allem drumherum. Eine einzige Piste soll also 30000 zusätzliche Jobs bringen? Wohl eher nur 10000 wenn überhaupt, denn die Infrastruktur mit den bestehenden Jobs wird sich nicht ändern, und die dritte Piste alleine bringt mit Sicherheit nicht einmal die ermittelten 10000 neuen Arbeitsplätze. Wozu bräuchte man diese auch? Eine Aufschlüsselung gibt es seitens der Fluglobby nicht.

 

Fortsetzung folgt …