{"id":29707,"date":"2020-04-09T18:58:03","date_gmt":"2020-04-09T16:58:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/?p=29707"},"modified":"2020-04-09T18:58:05","modified_gmt":"2020-04-09T16:58:05","slug":"der-alaskan-malamute-der-pflegeleichte-problemhund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/?p=29707","title":{"rendered":"Der Alaskan Malamute &#8211; Der pflegeleichte &#8220;Problemhund&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<p>2004 bekam ich meinen ersten Alaskan Malamute. Anka, eine schwarz\/wei\u00dfe H\u00fcndin im Alter von 16 Wochen. Die Gr\u00fcnde warum und wieso gerade ein Malamute, habe ich schon oft genug beschrieben. Fakt ist, dass ich schon nach kurzer Zeit relativ schnell \u00fcberfordert war, da keine Gebrauchsanleitung am Hund angebracht gewesen war.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6100-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29712\" srcset=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6100-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6100-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6100-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6100-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6100-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6100-scaled.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Nukka from Ridaldundaga. Ein Ursprungshund der Rasse Alaskan Malamute<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Was tut man in so einer Situation? Man beginnt B\u00fccher zu kaufen und zu lesen, man h\u00f6rt sich um, man ger\u00e4t schnell in die F\u00e4nge von selbsternannten Expertinnen und Experten. Man f\u00e4ngt an, am Hund in Sachen Erziehung herum zu experimentieren, denn alles was man so erkl\u00e4rt bekam und man reingedr\u00fcckt bekommt, passt irgendwie nicht zusammen, und schon gar nicht zum Hund selbst. Ich konnte weder mit den teilweise gut gemeinten Tipps was anfangen, noch klappte es mit bewusst falschen Angaben, also jenen mit denen man sich die Nase anschlagen sollte weil man nur schwer Einlass in die &#8220;Elite&#8221; der nordischen Hundehalter bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Tja, zum Gl\u00fcck habe ich vieles schnell durchschaut. Ich habe gelernt auf den Hund zu schauen. Seine Reaktionen zu beobachten, von ihm genauso zu lernen als er von mir lernte. Und siehe da, wir hatten 10 wunderbare Jahre von denen ich keine Minute missen m\u00f6chte. Was hatten wir also anders gemacht?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich hab nach schon kurzer Zeit aufgeh\u00f6rt auf andere zu h\u00f6ren! Ich habe mich selbst mit meinem Hund und seinen Bed\u00fcrfnissen auseinandergesetzt. Ich habe alles was ich gelesen, geh\u00f6rt oder mitgeteilt bekommen habe, vom Tisch gewischt, und mir meine eigene Meinung \u00fcber Alaskan Malamutes gemacht. Doch es war noch immer nicht genug. Trotz allem hatten wir so unsere Problemchen. Auch als unser zweiter Nordischer, unser Siberian Husky Alaskan Kitaro zu Anka dazukam, \u00e4nderte sie sich nicht mehr all zu viel. Sie war eine liebevolle H\u00fcndin zu mir, aber eine Furie gegen\u00fcber vielen anderen Hunden und absolut nicht folgsam. Au\u00dfer sie musste arbeiten! Da passte jedes Kommando, sie war eine Leaderin und Alphah\u00fcndin zugleich. Eine brisante Mischung, aber ich konnte mir ihr gut umgehen. Mit beiden, denn mein R\u00fcde war ohnehin ein Phlegmatiker.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6137-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29714\" srcset=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6137-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6137-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6137-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6137-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6137-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6137-scaled.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>400kg Zugkraft k\u00f6nnte sie entwickeln, wenn ich wollte.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Als ich 2017 meine neue H\u00fcndin bekam, war im Vorfeld durch die Erfahrungen mit Anka und Kitaro schon im Vorfeld klar was ich wollte. Eine H\u00fcndin aus einer Ursprungszucht. Das schlo\u00df Mitteleuropa schon einmal aus, denn diese Hunde sind nur mehr ein Abklatsch dessen, was sie sein sollten. K\u00f6rperlich genauso wie psychisch. Ja, sie sehen alle super sch\u00f6n aus, kassieren einen Ausstellungstitel nach dem anderen ab, haben Ahnenreihen wo einem der Neid fressen k\u00f6nnte, und trotzdem sind sie nur mehr Malamutes der zweiten oder sogar dritten Reihe. Die Zucht ging sonderbare Wege, und die FCI und der \u00d6KV machen auch ihr Ding dazu. Ich w\u00fcrde es nun mal hart &#8220;Waschlappenhunde&#8221; mit &#8220;aggressivpupert\u00e4rem&#8221; Charakter nennen, was so manche Zucht hervorbringt. Und genau diese Hunde muss man dann von einer Hundeschule zur n\u00e4chsten zerren, die umformen, den Charakter brechen, ihnen den Willen nehmen, um im Enderfolg einen &#8220;Hund&#8221; zu haben. Genau das sind sie dann, Hunde, und keine Nordischen mehr.<\/p>\n\n\n\n<p>Nukka, meine neue H\u00fcndin aus Lettland, ein Ursprungshund auch mit langer Ahnenreihe, ist genau das was ich haben wollte. Ein wunderbarer Charakter, sanftm\u00fctig zu allen Tieren (au\u00dfer jene die ins Jagdschema passen, was wohl klar ist, wenn man sich einen brillanten J\u00e4ger zulegt!), nichts vergessend und extrem nachtragend (ja die Sturheit der Malamuten ist eine besondere Eigenschaft), verschmust aber trotzdem kein Kuschelhund, selbstst\u00e4ndig und wild aber nicht b\u00f6sartig und zerst\u00f6rw\u00fctig. Anstelle der Bem\u00fchungen einer  &#8220;Erziehung&#8221;, habe ich die &#8220;Kleine&#8221; die sich mittlerweile zu einer g&#8217;standenen 40kg-H\u00fcndin entwickelt hat, einfach ein meiner Gegenwart (daf\u00fcr habe ich mir fast 1 Jahr Auszeit genommen, um bei ihr zu Hause zu sein) aufwachsen lassen, wie sie ist. Sie lernte durch meine N\u00e4he, unserer Kommunikation miteinander, und den ganzen Eindr\u00fccken die sie sammeln konnte und durfte, was erlaubt ist, und was nicht. Es gibt Kommandos, die sie perfekt befolgt. Unter anderem jene, die sie in einem Gespann oder w\u00e4hrend der Arbeit k\u00f6nnen muss. Es folgen Sitz, Pfui, &#8230; und das wars. Bleib, Komm, Platz, also die klassischen Retrieverbefehle, auf die pfeift sie einfach. Sie kennt ihre Bedeutung, doch ausgef\u00fchrt wird davon nichts. <\/p>\n\n\n\n<p>Was ein Traum ist, &#8220;Pfui&#8221; reicht gefl\u00fcstert. Sie l\u00e4sst sofort ab wenn sie was interessantes entdeckt hat, aber mit f\u00fcr sie gef\u00e4hrlich erscheint. Sie nimmt keine K\u00f6der auf, l\u00e4sst Kadaver von verendeten Tieren links liegen, ist beim Spazierengehen an der Leine ein Traum. Klar, weil sie von mir nicht eingespannt wird. Sie kennt kein Rennen oder t\u00e4gliche Arbeit. Sie lebt einfach ihr Leben, und es scheint ihr verdammt gut zu gefallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele w\u00fcrden das nun als &#8220;Problemhund&#8221; bezeichnen, deswegen der Titel. Ein Hund der nicht aufs Wort pariert, nicht den Vorstellungen der Gesellschaft entspricht, selbst\u00e4ndig entscheiden kann was er will und was nicht. Wie kann man nur? Ein Hund der nur dann schmusen kommt, wenn er will. Ein Hund den man nicht von der Leine lassen kann (k\u00f6nnen schon, aber die R\u00fcckkehr ist f\u00fcr Stunden fraglich, und J\u00e4ger lauern \u00fcberall). Ein Hund, der sich eben nicht von jedem anderen Hund die Schnauze in den Arsch stecken, oder sich von jedem R\u00fcden besteigen l\u00e4sst. Ein Hund der sich wilde und nicht erzogene Artgenossen die man ohnehin nicht dazu eingeladen hat, n\u00e4her als 10m zu kommen, elegant mit ann\u00e4hernd w\u00f6lfischen Methoden mal schnell auf den R\u00fccken schmei\u00dfen und sie ermahnend an der Kehle ruhig stellen. Ja, das sind Problemhunde, die nat\u00fcrlich sofort einer Umerziehung bed\u00fcrfen, w\u00e4hrend man den Halter oder die Halterin psychologisch von allen Seiten aus bearbeitet  und erkl\u00e4rt was sie alles falsch gemacht h\u00e4tten weil sie so ein Tier besitzen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6152-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29715\" srcset=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6152-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6152-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6152-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6152-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6152-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_6152-scaled.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Ein Gfrast und trotzdem folgsam.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Ich sag Euch was: Ich hab so einen Problemhund! Und ich bin stolz auf diesen Problemhund! Weil es ein pflegeleichter Problemhund ist, der seinen rassetypischen Ur-Charakter behalten durfte! Und genau das macht den Alaskan Malamute aus! Nicht sein perfektes Aussehen, nicht ellenlange Zuchtpapiere und Ahnentafeln die in manchen Zuchten nicht einmal das Papier wert sind, worauf diese geschrieben sind, sondern der Ursprungshund, der charakterstarke Begleiter durch dick und d\u00fcnn. Ich habe schon Hunde aus &#8220;perfekten&#8221; Zuchten gesehen, wundersch\u00f6n anzusehen, aber von vorne bis hinten krank waren, und aggressiv gewesen sind. Hauptsache die Ahnen hatten jede Menge Championstitel, denn meist wird nur mehr danach verpaart. Ich habe aber auch Hunde gesehen, ohne Papiere, aus &#8220;Eigenzuchten&#8221;, gesund, charakterstark, einfach wunderbare Hunde die sich genauso entwickelten wie sie eben rassetypisch sein sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann nun sagen was man will, aber eine gute Zucht erkennt man schon daran, wie viele W\u00fcrfe gemacht wurden, ob die Zucht eine Linie einh\u00e4lt (die Hunde sehen immer ann\u00e4hernd gleich aus, \u00e4hneln sich im Charakter, also keine kreuz und quer Zuchten mit unterschiedlichen Farben, Felll\u00e4ngen, etc.) und in welchem Alter die Hunde abgegeben werden. Je h\u00f6her der Preis der Hunde, desto mehr die Erkenntnis dass es sich um eine &#8220;Ware&#8221; handelt mit der man gut verdienen kann und will. Ich pers\u00f6nlich kenne den Preisunterschied, und ich wei\u00df auch, was man f\u00fcr &#8220;wenig&#8221; Geld bekommen kann, wenn man nur ein bischen Geduld hat und sich f\u00fcr einen pflegeleichten &#8220;Problemhund&#8221; entscheidet &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich liebe diesen Problemhund!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2004 bekam ich meinen ersten Alaskan Malamute. Anka, eine schwarz\/wei\u00dfe H\u00fcndin im Alter von 16 Wochen. Die Gr\u00fcnde warum und wieso gerade ein Malamute, habe ich schon oft genug beschrieben. Fakt ist, dass ich schon nach kurzer Zeit relativ schnell \u00fcberfordert war, da keine Gebrauchsanleitung am Hund angebracht gewesen war. 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