{"id":945,"date":"2015-11-02T10:57:21","date_gmt":"2015-11-02T08:57:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.veigl.net\/blog\/?p=945"},"modified":"2015-11-02T10:57:21","modified_gmt":"2015-11-02T08:57:21","slug":"selbstueberschaetzung-oder-reiner-gruppenzwang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/?p=945","title":{"rendered":"Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung oder reiner Gruppenzwang?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung oder reiner Gruppenzwang?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4457.jpg\" rel=\"lightbox[945]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-949\" src=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4457-300x225.jpg\" alt=\"IMG_4457\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4457-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4457-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.veigl.net\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/IMG_4457.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Reizthema das ich hier nun aufmache, klar. Aber ich stelle unverbl\u00fcmt nach meiner langen Zeit zusammen mit Schlittenhunden und als Beobachter\u00a0 der Schlittenhundeszene, ungeniert und frei heraus die Frage:<\/p>\n<p><em>Leiden die meisten\u00a0der Neo-Musher an Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung\u00a0oder haben\u00a0sie einen kollektiven Gruppenzwang?<\/em><\/p>\n<p>Immer wieder ist zu sehen, wie Neueinsteiger die Faszination &#8220;Schlittenhundesport&#8221; entdecken und sich in diversen Clubs und Vereinen einschreiben lassen, um dabei zu sein. Daran ist ja nichts Verwerfliches zu finden. Jeder von uns hat so angefangen. Man schnuppert herum, schaut sich alles an, lernt Menschen mit\u00a0vermeintlich den gleichen Interessen kennen, und findet sich in einer gro\u00dfen &#8220;Familie&#8221; wieder. So weit, so gut.<\/p>\n<p>Doch schon nach kurzer Zeit, meist nach wenigen Wochen, kommen die Gel\u00fcste hoch. Ein Hund reicht pl\u00f6tzlich nicht mehr. Man will mehr. Immerhin war man nun schon auf dem einen oder anderen Trainingslager oder Rennen, hat auch die Rennluft geschnuppert, man ist angestachelt und: Immer ist die Rede von Mitteldistanz, Longtrail, gro\u00dfen Teams, etc.<\/p>\n<p>Man f\u00fchlt sich ja so klein neben diesen gro\u00dfen Mushern, die einem das alles dann in Regenbogenfarben erz\u00e4hlen und toll ausschm\u00fccken\u00a0&#8230; der erste Weg zur Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung ist, darauf zu h\u00f6ren und sich von diesen Geschichten aufbauen zu lassen! Man l\u00e4sst die Neo-Musher an den Rennen in den Kategorien Bike, Scooter, vielleicht noch D mitfahren. Wenns geht in Klassen mit wenigen Startern, damit sich erste Erfolgserlebnisse einstellen. Bei 4 Startern und einem &#8220;DNS&#8221; ist ja leicht ein Rang 3 oder besser zu erreichen, wenn die Konkurrenz vielleicht noch einen schlechten Tag hat. Aber am Abend, wenn dann alle zusammensitzen, sich \u00fcber vergangene Rennen und &#8220;Superleistungen&#8221; unterhalten, f\u00fchlen sich die Nachwuchssportler wieder ganz klein. Genau wissend, dass mit dem einen Hund, den man hat, da niemals mitgeredet werden kann. Man bleibt Au\u00dfenseiter. Der Drang nach mehr w\u00e4chst unvermeidlich. Die Richtung ist nun vorgegeben. Jetzt greift langsam der bewusst oder auch unbewusst ausge\u00fcbte Gruppenzwang.<\/p>\n<p>Man holt sich den n\u00e4chsten Hund. Man will ja endlich mal vorne mit dabei sein, und nun auch vom Neo-Musher zum geduldeten Musher aufsteigen. Es wird von den Vereinen um deren Mitgliedschaften gebuhlt. Klar. Jeder Start, jedes Mitglied, ist bares Geld. Und nur darum geht es meist. Geld und Einnahmen. Mittlerweile haben sich auch einige immer anwesende H\u00e4ndler &#8211; als Musher getarnt, oder auch offiziell mit Verkaufsstand &#8211; an die &#8220;Neuen&#8221; herangepirscht, und verkaufen ihnen jeden nur unn\u00f6tigen Schwachsinn um an Geld zu kommen. Sei es eine Bike-Antenne oder ein Stake-Out-Bettchen f\u00fcr die ach so k\u00e4lteempfindlichen Hunde. Egal warum, im Rausch des Schlittenhundewahns merkt nun keiner mehr, was passiert, und kauft, und kauft. Die Ausr\u00fcstung wird aufgeblasen, die Best\u00e4nde aufgef\u00fcllt, niemand hinterfragt zu diesem Zeitpunkt mehr die Notwendigkeit vieler Dinge. Jetzt beginnt es auch so richtig teuer zu werden. Man ist bereits in die Falle gegangen.<\/p>\n<p>Irgendwann reicht auch das nicht mehr. Wenige Monate nach dem Neueinstieg nennen viele schon 4 oder 6 Hunde ihr eigen. Man f\u00e4hrt bereits vorne mit, ist hochmotiviert, wird von den &#8220;Kollegen&#8221; aufgebaut und weiter getrieben. Der Bezug zu den Hunden hat sich mittlerweile ge\u00e4ndert. Aus dem Haushund wurde nun mit all den anderen ein &#8220;Gehegehund&#8221; um nicht das Wort Zwinger zu verwenden. Die Beziehung zu den Hunden selbst ist nicht mehr so stark wie beim ersten. Man sieht sie mittlerweile schon mehr als Sportger\u00e4t statt als Familienmitglied und Freizeitpartner. Selbst merkt man auch schon, dass es eine heiden Arbeit ist, sich um so viele Hunde zu k\u00fcmmern, und deswegen wird bei einigen Dingen eben Abstriche gemacht. Selbst merkt man diese Entwicklung nicht immer, sie kommt schleichend, aber sie kommt.<\/p>\n<p>Futterkosten, Impfkosten, alles ist mittlerweile mehr geworden.\u00a0Die Meisten\u00a0sehen aber immer noch nicht, welchen Weg\u00a0sie da eingeschlagen haben. Zu diesem Zeitpunkt gibt es dann die ber\u00fchmten Weichen des Lebens:<\/p>\n<ul>\n<li>Man merkt, was man mittlerweile auf sich b\u00fcrdet und baut nicht weiter aus. Man \u00e4ndert wieder seine Einstellung und wird bodenst\u00e4ndiger.<\/li>\n<li>Man merkt nichts, und baut weiter aus. Die schlechteste Variante, die\u00a0vielmals damit endet, dass die Hunde im Tierheim landen.<\/li>\n<li>Man schaut, dass man abbaut, die Hunde an gute Pl\u00e4tze vergeben kann, und besinnt sich wieder der Wurzeln.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der wohl schlimmste Ausgang ist es, wenn dann nach 10 oder mehr Jahren die Hunde alt und krank werden. Nun geht&#8217;s so richtig ins Geld! Tierarztkosten, Spezialfutter, Medikamente, ein Schwall an Kosten kommt dann auf die Hundehalter zu. Die Hunde zu alt um zu arbeiten,\u00a0sie m\u00fcssen durchgef\u00fcttert werden, sie m\u00fcssen behandelt werden, die eigenen finanziellen und auch mentalen Grenzen sind dann schnell erreicht. Man wei\u00df nicht so genau, wie viele Hunde dann pl\u00f6tzlich &#8220;verschwinden&#8221; weil sie keinen Nutzen mehr f\u00fcr die &#8220;Musher&#8221; haben, doch es sind viele. Ob sie es verdient haben, ihren Lebensabend so zu verbringen? Sicher nicht!<\/p>\n<p>Trotzdem denkt keiner dar\u00fcber nach, was in 10 oder 15 Jahren sein wird! Niemand macht sich Gedanken dar\u00fcber, dass trotz anf\u00e4nglicher Euphorie auch das gro\u00dfe Erwachen kommt! Lebensumst\u00e4nde k\u00f6nnen sich \u00e4ndern, man kann die Arbeitsstelle verlieren, man kann selbst in gro\u00dfe finanzielle Schwierigkeiten kommen, und was ist dann mit den Hunden?? Wer seine Hunde nur als &#8220;Hunde&#8221; oder Sportger\u00e4te sieht, der wird mit all dem keine Schwierigkeiten haben, dann kommen sie eben weg. Doch wer zu seinen Hunden eine echte Beziehung aufbaut, der wird sich von seinen Lieblingen nie trennen! Doch was dann? Betteln? So wie es auch schon viele getan haben?<\/p>\n<p>Leute, denkt doch einmal \u00fcber all das nach! Setzt Euch ein Ziel, selbst, aber lasst Euch nicht immer vom kollektiven Gruppenzwang zu etwas bringen, dass Ihr dann auf Dauer nicht stemmen k\u00f6nnt! Schaut Euch mit offenen Augen in der Szene um, und Ihr werdet mir Recht geben m\u00fcssen! Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und falscher Ehrgeiz sind der Beginn vom Leid\u00a0Eurer Hunde, und auch von Euch selbst!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lieber klein bleiben, daf\u00fcr aber Fellfreunde f\u00fcrs ganze Leben haben!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung oder reiner Gruppenzwang? &nbsp; &nbsp; Ein Reizthema das ich hier nun aufmache, klar. Aber ich stelle unverbl\u00fcmt nach meiner langen Zeit zusammen mit Schlittenhunden und als Beobachter\u00a0 der Schlittenhundeszene, ungeniert und frei heraus die Frage: Leiden die meisten\u00a0der Neo-Musher an Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung\u00a0oder haben\u00a0sie einen kollektiven Gruppenzwang? 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