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Nordische Hunde – Harte Fakten

Nordische Hunde – Harte Fakten
[Aktualisiert am 16.04.2015]

 

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Ich muss immer wieder lachen, wenn ich folgende Fragen, die ich Euch hier beantworten werde, von anderen “Normalhunde”-Haltern aber auch von selbsternannten Husky-Spezialistinnen höre. Früher habe ich mich darüber geärgert, dann nur mehr gewundert, aber mittlerweile hau ich mich schon nur mehr ab …

 

Das ist aber kein Husky, oder? Weil der hat ja keine blauen Augen! Nur Reinrassige haben ja blaue Augen!

Das ist die am meisten verwunderliche Frage und Feststellung der Nichtwissenden. Ein Husky ist also nur reinrassig, wenn er blaue Augen hat … Nun: Irrtum, liebe Leute! Reinrassige Huskies dürfen blaue, braune und gemischte Augenfarben (Braun/blau) haben! Die Augenfarbe hat aber auch absolut nichts mit der Reinrassigkeit zu tun.

Das ist aber ein großer und dicker Husky!

*Pfffff* – Man ärgert sich normalerweise, aber dann erinnert man sich daran, dass es ja auch Menschen ohne Ahnung der nordischen Rassen gibt. So ist mit großer und dicker Husky meist ein Alaskan Malamute gemeint. Der Unterschied zum normalen Siberian Husky (dem Einsteigermodell im Schlittenhundesport – *lach*) sind Größe und Gewicht, die Augenfarbe (darf nur braun sein), und die Zugkraft (trainierte Malamutes schaffen das 6-10fache ihres Körpergewichts an Zugkraft, Huskies das 4-6fache). Auch das Aussehen ist bei den Huskies ein wenig zierlicher, die Schnauze etwas schmäler, und die Ohren weiter oben am Kopf angesetzt. Huskies sind die schnelleren Schlittenhunde, Malamutes die stärkeren. Auch in der Rutenhaltung kann man sie meist leicht unterscheiden. Während die Alaskan Malamutes die Rute stolz nach oben gebogen tragen, haben die Siberian Huskies ihre Ruten meist unten, und heben sie erst, wenn sie sich freuen oder aufgeregt sind. (Ist ja ganz einfach, oder?)

Huskies sind ja arm hier bei uns, wegen der Temperaturen!

Die zweite Standardansage bei Nichtswissern. Richtig ist, Huskies sind arm bei uns, wegen der Temperaturen … wenn es sich um einen Importhund aus dem hohen Norden handelt wo es meist nur Minusgrade im zweistelligen Bereich gibt! Doch selbst diese haben sich nach 1-2 Jahren an unser Klima angepasst und werden zwischendurch ja nicht belastet. Hunde aus der Zucht in unseren Breitengraden sind an unser Klima voll angepasst, also haben sie kein Problem mit den Temperaturen! Im Gegensatz zu den “modernen” Schlittenhunderassen wissen die Nordischen, wann sie zurückschrauben müssen, und so ist die Gefahr einer Überhitzung selbst bei Rennen nicht wirklich gegeben. Und hetzten darf man nur aus falschem Ehrgeiz heraus sowieso keinen Hund, denn da passieren dann die meisten Zwischenfälle.

Huskies sterben wenn sie in der Sonne einschlafen!

Im Ernst! Diese Weisheit hat ein selbsternannter Supermusher von sich gegeben!! Huskies sterben, wenn sie in der Sonne einschlafen! Nun, meine (schwarze) Malamutehündin hat sich mit Absicht in die pralle Sonne gelegt und ihre Nickerchen gemacht! Das Fell brennheiß und sie friedlich schlummernd. Trotzdem ist sie immer von alleine aufgewacht und ist dabei nicht gestorben! Warum auch? Das dichte Fell (doppeltes Fell!) schützt die Hunde vor der Kälte und die Haut vor der direkten Sonneneinstrahlung. Deswegen darf man die Nordischen im Normalfall auch nicht im Sommer scheren!

Huskies brauchen enorm viel Auslauf! Das ist kein Hund für die Wohnung!

Blödsinn! Ein Nordischer ist im Prinzip eine faule Socke! Ein Nordischer ist leicht trainierbar, und gibt dann alles. Sein Wille zum Laufen ist natürlich von Natur aus gegeben. So schnell wie man einen Nordischen auf 100% Leistung trainieren kann (was oft in 2-4 Wochen geschieht), so schnell kann man ihm angewöhnen einfach nur faul zu sein! Dennoch sollte man die Hunde mit Spaziergängen und Kopfarbeit sowie Spielereien auslasten, wenn sie solo gehalten werden, sonst hat man den besten Innenarchitekten zu Hause! Wenn die Hunde zu Zweit gehalten werden, ist es schon angenehmer. Sie spielen ohnehin die meiste Zeit untereinander, und Hunde schlafen täglich zwischen 16 und 20 Stunden am Tag!

Einen Nordischen in einer Wohnung zu halten ist sicherlich auch kein Problem, wenn er täglich an die frische Luft und die Natur kommt, und sich da ein wenig austoben kann. Am Rad, oder beim ausgedehnten Wandern, diese Hunde brauchen die Bewegung, sonst ist die Wohnungshaltung ein Problem (Stichwort: Innenarchitekt!)

Huskies kann man problemlos von der Leine lassen!

Auch ein Schwachsinn! Dazu sollte man wissen, wozu die Nordischen gezüchtet wurden, nämlich zur Jagd, zur Arbeit, und um an den kalten Abenden und Nächten die Kinder der Einheimischen warm zu halten. Deswegen haben die korrekt gezüchteten Nordischen auch eine genetische Beißhemmung dem Menschen gegenüber und sind extrem kinderfreundlich! Einem Kind gefährlich werden kann nur die ungestüme Art und die Kraft der Hunde, aber sie würden im Normalfall nie dem Kind was böses antun wollen!

Die Arbeit ist dem Hund natürlich in die Wiege gelegt worden, und zeigt sich im “desire to go”, dem Willen zu laufen. Und die Jagd, nun das zeigt sich sehr schnell! Auch wenn der Nordische perfekt erzogen sein sollte, und auch auf Abruf wirklich zurückkommt (was ohnehin eh nur wenige der Hunde machen), irgendwann bricht der Drang dann durch und der Husky ist dann mal weg … man kann in diesem Fall nur mehr hoffen, dass er schneller wieder zurück kommt (kann Stunden und Tage dauern!) als ihn ein Jäger erwischt.

Ein Husky ist ein schwer zu erziehender Hund!

Ein Nordischer ist ein hochintelligenter Hund. Man kann ihm was beibringen, und ihn leiten. Er wird aber jedes Kommando hinterfragen, und wenn er denjenigen der die Kommandos gibt nicht als Rudelführer akzeptiert hat, dann steht man auf verlorenem Boden. Einen Husky zu “erziehen” oder “abzurichten” geht nur wenn man seinen Willen bricht. Doch will man das bei diesen wundervollen Hunden? Oder passt man sich ihm an, und akzeptiert sie so wie sie sind? Ich für meinen Teil hab genau das getan, und wir wurden ein super Team!

Huskies müssen unbedingt in die Welpenschule!

Wozu? Um sich von wesensfremden Hunden mit komplett anderer Körpersprache “umerziehen” zu lassen? Damit sich der heranwachsende Nordische dann unter seinesgleichen nicht mehr zurechtfindet, und dann weder da noch da dazugehört? Diese Welpenkurse an Nordischen sehe ich als reine Geldmacherei an und obendrein werden die Hunde dadurch versaut …

Ein Husky ist schon was besonderes, der ist nicht für jeden geeignet!

So grenzt sich die selbsternannte “Elite” von anderen Hundehaltern selber aus. Man will jedem suggerieren, man habe ganz besondere und elitäre Tiere, die nicht für jeden Menschen geeignet sind. Man muss schon was besonderes sein, um einen Husky besitzen zu können … *kotz*

Die Arroganz die einem meist von den Huskybesitzern und -besitzerinnen entgegenschlägt sagt meist eh schon alles aus. WIR haben die besten und schönsten Hunde, und DU hast in unserer Welt nichts verloren, weil WIR so über allen anderen stehen. Sie wissen alles, sie können alles, sie haben schon alles gewonnen, nur komischerweise sieht man sie nirgends außer in diversen Internetforen und in Facebook. Keyboardmusher eben … aber dort führen sie eine rege Lippe und machen alles nieder, was nicht ihren eigenen Vorstellungen und deren Weltbild entspricht.

Leute, vergesst diese Menschen! Ein normaler Huskybesitzer ist nicht besser und nicht schlechter als jeder andere Hundehalter! Mit dem Unterschied, dass wir vielleicht mehr Probleme mit unseren “Dickschädeln” haben.

Huskies müssen Schlitten ziehen!

Diese Aussage ist die dümmste von allen! Wieso MUSS ein Nordischer eingespannt werden und Schlitten ziehen? Kommt ein Husky schon mit dem Zuggeschirr am Körper zu Welt? Nein! Der Mensch macht ihn erst zur Zugsau! Durch Training und dem Ehrgeiz Rennen zu bestreiten. Das ist auch der Grund warum sich viele einen Nordischen zulegen, dann aber schnell scheitern und die Freude am Sport verlieren. Entweder sie kommen an die falschen Leute und werden ausgenutzt oder verheizt, oder sie finden sich plötzlich mitten in Vereinsmeiereien, denen sie lieber aus dem Weg gegangen wären. Doch ein Husky muss keinesfalls zur Arbeit trainiert werden. Es gibt sogar Hunde, die von Haus aus verweigern. Leider landen diese meist schnell im Tierheim … weil ein Husky muss den Schlitten ziehen!

Ist das ein “echter” Schlittenhund?

Nun, was sind echte Schlittenhunde? Es gibt vier von der FCI anerkannte Schlittenhunderassen. Das sind die Siberian Huskies, die Alaskan Malamutes, die Grönlandhunde, und die Samojeden (das sind die weißen Schneekugeln). Nicht anerkannt sind die Alaskan Huskies, die eigentlich Mischlinge sind, jedoch dem Siberian Husky selbst noch ziemlich ähnlich schauen (oder schauen die Siberian Huskies mittlerweile den Alaskans ähnlich? Man weiß es ja nicht so genau …).

Neben diesen 4+1 Schlittenhunderassen gibt es noch den Tamaskan, der auch als Schlittenhund eingesetzt wurde, und die ganzen Laikas, wobei der Yakutische Laika derzeit seinen Einzug in den Schlittenhundebereich vollzieht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der viel zitierte “Welpenbonus” …

Auf Rennen und Schlittenhundeveranstaltungen ist es meist verboten, als Besucher Hunde und Welpen mitzunehmen. Das stößt nicht immer auf Verständnis. Das dies eine reine Vorsichtsmaßnahme ist, dürfte vielen nicht klar sein. Der Nordische Hund hat – wie weiter oben schon erwähnt – ein ausgeprägtes Jagdverhalten. Dass er Kleinhunde nicht als Artgenossen erkennt, trägt schon mal dazu bei, dass er diese als “Frühstück” ansieht. Das ist eben die Natur der Hunde.

Wenn man dann die Menschen darüber aufklärt warum es besser ist, Kleinhunde eben nicht in die Nähe der Nordischen zu lassen, dann kommt meist die Ansage mit dem “Welpenbonus”. Der Husky muss den kleinen Hund oder einen Welpen ja als solchen ansehen, und dann tut er ja nix … jaja, die “tut nix” Hunde. Hier mal zur allgemeinen Aufklärung: Der sogenannte Schutzmechanismus des “Welpenbonus” gibt’s es bei den Nordischen, klar, aber nur für die Welpen im eigenen Rudel!! Rudelfremde Welpen sind daher nicht sicher, ebenso wie Kleinhunde! Das sollten sich diese Irrgläubigen mal hinter die Ohren schreiben, und sich daran halten, wenn es heißt: Kleinhunde und Welpen NICHT an die Schlittenhunde ranlassen!!

 

Fortsetzung folgt …

3 Kommentare

    • Zurimor on 7. November 2017 at 23:13
    • Antworten

    Ich denke schon, daß auch Hunde trauern. Ich hab jahrelang Ratten gehalten und da gehört der Tod einfach mit dazu bei 2-3 Jahren Lebenserwartung. Und unabhängig von der eigenen Trauer (zu manchen Ratten hatte man eben auch keine besonders enge Bindung, klar, manch hat sie gemocht, aber es gab eben auch solche, die lieber mit ihren Kumpels abhingen anstatt sich viel mit Menschen zu beschäftigen), konnte ich ihren dicken Freunden im Todesfall schon Trauer anmerken.
    Und wenn Ratten dazu fähig sind, dann Hunde doch bestimmt auch. Dafür braucht’s auch keine Vorstellung vom Tod, einfach zu merken “der ist nicht mehr da und kommt nicht wieder” langt ja schon.

    • Carmen Lehmann on 1. November 2015 at 0:50
    • Antworten

    Hallo!
    Ich bin seit 15 Jahren mit dem Husky Fieber infiziert.
    Klar erst ein sibirischen Welpen und schon 9 Monate später einen Malamut en.
    Jetzt hatte ich sechs Malamut en, was natürlich aus einem ungeplanten Wurf resultierte…
    3 hatte ich schon, dazu neun Welpen, von denen ich zwei Behalten Habe.
    Am 02.10. 15 also vor vier Wochen ereignete sich eine Verkettung von Umständen, die dazu führten, dass 2 aus einem Freilauf Gelände aussuchen könnten, und von einer Bahn überfahren wurden. Ich bin seitdem zerstört und zerrissen. Das ist meine Familie, Kinder , einziges lebenselexier. ein jJunghunden von 1,2 Jahren und meine Sura 5 Jahre sind nun Tod…den Bruder habe ich auch noch und die eine Schwester mußte ich zurück nehmen (schlechte Haltung). Die Mutter und den rudel Führer habe ich. Nun meine Frage: glaubst du, sie leiden auch unter dem Verlust oder geht’s ihnen nur schlecht, weil es mir so schlecht geht???
    Über eine Antwort würde ich mich freuen.
    Gibt so wenige mit echtem wissen…
    mit freundlichem Gruß
    Carmen Lehmann

    1. Hallo Carmen,

      Dein Verlust ist tragisch, und tut mir echt leid für Dich. Es ist schwer, einen Fellfreund zu verlieren, noch dazu unter solch tragischen Umständen. – Deine Frage beantworten, nun das ist nicht so einfach denke ich. Man kann darüber nur Vermutungen anstellen. Ich denke, dass es den Hunden schlecht geht, weil es Dir schlecht geht. Hunde kennen die Bedeutung von Tod und Leben nicht so wie wir. Sie leben einfach, und freuen sich für jeden Tag den sie auf dieser Welt verbringen. Sie leben im jetzt und heute. Warum ich das glaube? Beim Verlust meiner Hündin vor exakt fast einem Jahr, hat mein Rüde und ihr langjähriger Lebens- und Sportpartner überhaupt nicht auf den Umstand reagiert, dass sie tot ist. Sie ging ihm, seinem Verhalten nach, überhaupt nicht ab. Er führte sein Leben einfach weiter. Einzig, auf meine Gemütsveränderungen reagierte er, und versuchte mich zu “trösten”. Ich habe das lange beobachtet, und daraus resultierend gehe ich stark von der Annahme aus, dass Hunde eine “Trauer” wie wir sie kennen nicht haben. Das aber, liebe Carmen, ist meine Meinung, und muss sich nicht unbedingt als die einzig richtige darstellen. Versuche einfach selbst über den Verlust hinwegzukommen, und schau was Deine Hunde machen. Wenn ich recht habe, wird es ihnen so wie Dir besser gehen!

      LG, Christian

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