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Der Hund, der aus dem Tierheim kam …

Erlebnis “Tierschutzheim Dechanthof”
(Dieser Bericht betrifft die “alte” Crew des Dechanthof’s im Jahre 2006
inzwischen hat sich vieles geändert inkl. neuer Führung)

Am Donnerstag den 11. Mai 2006 erhielten wir die Mail mit der Nachricht, dass im Tierschutzheim Dechanthof (Wilfersdorf, NÖ) ein wunderschöner, reinrassiger Huskyrüde zu haben sei! Wir (das Anka-Rudel) haben sofort auf der HP des Tierschutzheimes nachgesehen, und fanden diese Fotos:

kitaro1 kitaro2

Sofort ein Griff zum Telefon – anrufen – wir wollen diesen Rüden haben! Man stellt sich vor, fragt wer für diesen Hund zuständig ist, und muss erfahren, dass es ihn nicht mehr gibt … naja, man erklärt schnell noch, das er im Club zwischen den vielen anderen seiner Rasse einen guten Platz gefunden hätte, und wir selbst eine Hündin haben, und will das Gespräch schon beenden. Plötzlich schnell der Nachsatz – wir sollten doch Samstag oder Sonntag nochmals anrufen!

Ein Anruf bei unserer Karin (durch sie hatten wir den Tip und das Mail – sie macht auch die Tierecke der NÖN) – ein kurzes Gespräch, und Karin ruft selbst im Tierschutzheim an. Wir erfahren, das “Kitaro” sehr wohl noch im Heim ist, es jedoch Vertragsprobleme mit der Züchterin und der Vorbesitzerin des Rüden gibt. Diese müssten erst geklärt werden. Wir sollen Samstag um 10 Uhr nochmals anrufen, dann sei das geklärt. Der Hund wird für uns reserviert hieß es.

(Die “Vertragsprobleme” haben wir von anderer Seite erfahren! Die Vorbesitzer waren laut Vertrag dazu verpflichtet worden, sollten sie den Rüden nicht halten können, an die Züchterin zurück zu geben! Dies wollte jedoch die Besitzerin und/oder Vermittlerin auf keinen Fall einhalten. Darum sollte Kitaro meiner Meinung nach auch so weit weg kommen, um die Sache unkontrollierbar zu machen! Er kam auch OHNE unterschriebenen Schutzvertrag und OHNE Schutzgebühr und ohne aktuelle Impfungen weg!)

Freitagmorgen noch schnell ein Mail an den Dechanthof, um das Interesse und das Telefongespräch nochmals zu bestätigen, und wir den Hund haben wollen.

Samstag – ab ins Auto nach Wilfersdorf in den Dechanthof, um uns alles vor Ort anzusehen. Gleich am Eingang hören wir zufällig ein Telefongespräch mit, das über “Kitaro” geführt wird. Er soll vermittelt werden! Aber nicht mehr an uns. Schnell den Zettel mit “Kitaros” Fotos rausgeholt, Frau BANHALMI (so hat sie sich vorgestellt) gezeigt, um zu verstehen zu geben, das wir ihn abholen wollen. Keine Reaktion. OK, man lässt fertig telefonieren und hört so nebenbei die Lebensgeschichte von dem Rüden mit.

Er hat “Trennungsängste”, zerstöre alles, heule viel, brauche einen guten Platz, darf nicht wieder zur Züchterin zurück (Ihr Name ist uns durch Recherchen mittlerweile bekannt), usw. – also ein echter “Problemhund” allen Anschein nach. Endlich ist das Telefongespräch fertig, und ich stelle mich vor, sage, dass ich den Hund vor zwei Tagen reservieren ließ, und ihn nun abholen möchte! VOLLE ABSAGE! Man könne keine Hunde reservieren, und für das Mail war keine Zeit, und niemand hätte über den Hund entscheiden können, außer sie selbst.

Ich bestehe darauf, den Hund wenigstens sehen zu können. Dies wird mir gewährt. Frau Banhalmi will “Kitaro” aus dem Zwinger holen, doch er wirkt auf mich im ersten Moment total verschreckt. Sieht so ein Hund mit Trennungsangst aus? Nein. “Kitaro” wird am Halsband herausgeholt, und weicht mir aus. 5 Minuten vergehen – “Kitaro” läuft nervös herum – ich sehe ihn mir genau an. Ich dachte, er ist auf keinen Fall ein reinrassiger Husky! Ein Malamute oder Malamute-Mix ja, aber kein Husky. Ein wunderschöner Rüde mit geschätzt 35 kg. Riesenpfoten, breiter Fang, braune schöne Augen … ein Traum von einem Hund. Endlich kommt er zu mir, lässt sich streicheln, ein Griff zu den Rippen und dem Rückgrat … es fehlen ein paar Kilo, aber sonst schien er in Ordnung zu sein. 9/2004 soll er geboren sein – ein Blick auf seine Zähne – wie ein 10jähriger Hund, nicht gepflegt, braune Flecken, offensichtlich falsch ernährt. Nun, das kriegt man hin, war mein Gedanke. Ich wollte ihn.

Durch die inzwischen geführten Gespräche mit Frau Banhalmi habe ich dann erfahren, dass der Hund in ihrer Familie war. Als Welpe aufgenommen in einer Wohnung mit Katzen und Kindern gehalten. Ich denke laut nach, und meine dass die “Umbauaktionen” aus Bewegungsmangel des Hundes geschehen sind. Mir wurde aber schnell versichert, dass er nur ein Problemhund sein, wegen eines Zuchtfehlers (angeblich waren und sind alle 4 Welpen dieses Wurfes so …) aber genügend Bewegung hatte. Dann sollte “Kitaro” wieder zurück in den Zwinger. Er wehrte sich, wollte bei mir bleiben, hatte aber keine Chance …

Es war mir nicht vergönnt, diesen Hund zu bekommen. Er ging angeblich nach Kärnten. Weit weg von Züchterin und Ex-Besitzerin, weit weg von Kontrolle und Wahrheitsfindung. Das Wesen dieses Hundes hatte keine Anzeichen eines Problemhundes. Die Geschichten die ich hörte glaube ich schlichtweg nicht, und die Vergabe war eine reine Farce wo etwas verschleiert wurde! Ich rate zu Wachsamkeit wenn ihr dort einen Hund haben wollt. Glaubt nicht alles was man Euch sagt.

Trotz der Bitte mich anzurufen wenn “Kitaro” trotz allem noch zu haben ist, oder auch wenn er nach Kärnten geht – es gab keinen Anruf und keine Info mehr …

Also wurde ein Hund mit “Trennungsängsten”, “Zerstörwut”, “permanenten Durchfall”, “HD-Verdacht” und was weiß ich noch, was da alles über den armen Kerl gesagt wurde, nach Kärnten vergeben.

 

Siberian Husky “Alaskan Kitaro” – die Zweite (Mai 2006)

Wie ihr oben lesen konntet, wurde Kitaro irgendwie eigenartig nach Kärnten vergeben. Doch diese Geschichte ist noch nicht zu Ende. Enttäuscht über den Ausgang der Geschichte, habe ich (Christian vom Anka-Rudel) alle Hebel in Bewegung gesetzt um die Züchterin von Kitaro ausfindig zu machen. Ich habe sie auch gefunden, und bin dann später per Mail mit Angelika Wicke in Kontakt getreten.

Wie der Zufall es so will, kam uns wieder der Club zugute, und unsere Kontakte. Wir erfuhren, dass ein Mitglied von uns mit Angelika schon mal Kontakt hatte. Nachdem ich selbst einige Informationen über den Dechanthof erhalten habe (keine guten, aber das steht nicht mehr zur Debatte, da rein alle Infos nicht der Wahrheit entsprachen), fand ich die Webseite von Angelika. Schnell war ein reger Email-Kontakt im Laufen, und wir erfuhren viel mehr über Kitaros Vorgeschichte, als man uns im Tierheim erzählte. Angelika stufte ich aus dem Inhalt ihrer Mails als absolut vertrauenswürdig ein.

So erfuhr ich auch, dass der neue Besitzer Kitaros von ihr ins Tierheim geschickt wurde, um Kitaro da rauszuholen. Und das Tierheim biss auf diese “Finte” an. Der Hund sollte, wie schon erwähnt, weit weg von hier kommen, um vieles zu verschleiern. Es gab einen Vertrag zwischen Sabine und dem Erstbesitzer von Kitaro, der besagte, dass der Hund an die Züchterin zurückgegeben werden muss, falls es mit ihm Schwierigkeiten gab, oder man ihn nicht mehr mochte! Dieser wurde schlichtweg ignoriert. Ich freute mich darüber, das Kitaro doch einen guten Platz gefunden hatte, und man blieb per Email in Kontakt. Mittlerweile kannte ich auch seinen vollen Namen: ALASKAN KITARO.

Sonntag, 21. Mai – ich bekomme ein Email, das Kitaro von den neuen Besitzern zurückkommt, weil er die Katzen von Herrchen und Frauchen “zum Fressen gern” hat. Laut Tierheim-Annonce sollte er ja katzenfreundlich sein, doch das Gegenteil stellte sich heraus. Frage im Email: “ob wir noch an Kitaro interessiert wären” – NATÜRLICH waren wir das! Eine Chance tat sich auf, ein Lichtblick, diesen wunderschönen Rüden doch noch zu bekommen! Es wurde telefoniert, 2 lange Stunden vergingen, dann stand Kitaro vor unserer Tür! Der Lauser erkannte mich sofort wieder, und kam auf mich zu.

Wir gingen mit beiden Hunden auf eine Wiese, um zu sehen, wie sie sich vertragen. Wir sahen kein Problem, also blieb Kitaro bei uns! Schweren Herzens trennten sich die “Übergangsbesitzer” von ihm! Es ist ihnen echt schwer gefallen. Kitaro war nun also endlich doch bei uns. Wir freuten uns sehr darüber. Die beiden Hunde tollten umher, spielten, und steckten aber auch ab, wie weit jeder von beiden gehen konnte. In den nächsten beiden Tagen stellten wir fest, das Kitaro sehr anschmiegsam und verschmust ist. Er holt anscheinend nach, was er nicht bekommen hatte. Auch Autofahren war absolut kein Problem. Man spürt ihn nicht, wenn er hinten liegt, und schläft. Nun brauchten wir natürlich den Rest von Kitaro (Papiere, Impfpass, usw.) Wieder wurde telefoniert. Wir sollten die Papiere aus Kärnten zugesendet bekommen. Warten …

Mittwoch, 24. Mai – ein EMS-Kuvert kommt an. Inhalt: Impfpass, Chipeintragungsantrag, die Animaldata-Karte, und das war’s. Kein Vertrag vom Tierheim. Ein Blick in den (gelben) Impfpass, und ich war gleich schockiert. Kitaro wurde nur einmal in seinem Leben geimpft, und das im Jänner 2005. Also keine gültige Tollwutimpfung, rein gar nichts. Also noch am Abend mit beiden Hunden zum Tierarzt, Anka auffrischen, Kitaro komplettes Programm … Eine Grunduntersuchung ergab, dass er gesund, jedoch etwas untergewichtig ist. Er brachte “nur” 30kg auf die Waage. 5kg mehr könnten es schon sein. Wir erhielten auch gleich einen neuen Impfpass (EU-Pass), mit allen notwendigen Eintragungen. Nur die Chip-Umregistrierung macht noch Probleme. Wir bekamen kein Passwort. Aber an dem Problem wird’s nicht scheitern. Kitaro ist in unsere Familie aufgenommen worden, und wir geben ihn nicht wieder her. Wir werden weiter berichten, wie es uns mit Kitaro ergeht, und was sich sonst getan hat. Fortsetzung folgt also …

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Sieht so ein unglücklicher Hund aus?

Kitaro hat sich innerhalb von 3 Tagen eingewöhnt. Er ist zwar bei manchen Dingen noch sehr verschreckt, zum Beispiel beim Geschirr anlegen, oder beim Fressen wenn Anka in der Nähe ist, aber er wird immer offener und zugänglicher. Er “plaudert” sogar schon mit uns. Er scheint zu spüren, dass er nun in seinem endgültigen Zuhause angekommen ist, und sich jeder um ihn liebevoll kümmert. Es wird noch viel Zeit und Arbeit vergehen, bis er ein richtig lockerer  “Lauser” sein wird, aber das haben wir in Kauf genommen, und uns zur Aufgabe gemacht. Euer “Anka-Kitaro-Rudel”.

In den Tagen danach fanden wir viele unter dem Fell versteckter Bisswunden, und Narben. Es dauerte lange, bis diese endlich verheilt waren. Auch die am Auge und im Gesicht verschwanden mit der Zeit.

 

Siberian Husky “Alaskan Kitaro” – die Dritte (September 2006)

Jetzt schreiben wir den September 2006. Kitaro ist nun schon 4 Monate bei uns, und hat kräftig zugelegt. Der wunderbare Rüde hat sich sehr gut entwickelt. Seine Ängste Männern gegenüber hat er komplett abgelegt. Er ist sogar ein großer Schmuser geworden. Die Zeit, die ich mit ihm in den letzten 4 Monaten verbracht habe, war notwendig und gut.

Mittlerweile läuft Kitaro nun mit Anka im Team. Er zieht ganz normal und kräftig. Es sind auch keine Spuren einer HD-Erkrankung zu sehen, wie man mit im Tierheim Dechanthof glauben machen wollte. Anhand der Fotos die wir in unseren Galerien haben, kann sich jeder selbst ein Bild machen, wie gut es den Hunden geht.

Kitaro ist ein äußerst verträglicher und gut sozialisierter Hund. Es gibt keine Auseinandersetzungen mit anderen Hunden oder Tieren. Nur Katzen hat er zum fressen gern (im Gegensatz zur Aussage des Tierheimes)! Der Jagdtrieb ist in ihm sehr stark ausgeprägt.

Und was am wichtigsten ist: Kitaro ist in den letzten Monaten zu einem stolzen und wesensfesten Hund gereift! Er ist sich seiner Schönheit und mittlerweile Kraft bewusst. Es macht ihm Spaß, im Team zu laufen, er zeigt was er kann, und ist ein vollwertiges Familienmitglied (so wie unsere Hündin Anka) geworden.

Wir haben auch Fotos und ein Mail vom ersten Treffen mit Kitaros Vater Magic erhalten.

Angelika schreibt uns: “Beim rumstöbern am Rechner, hab ich diese Fotos wieder gefunden: Das war das erste Treffen zwischen Kitaro und Magic, nachdem wir Kitaro endlich aus dem Tierheim raus geholt hatten. Vom Tierheim wurde Kitaro direkt auf den Mac Donalds Parkplatz in Mistelbach und damit zu mir gebracht. Vater & Sohn hatten sich mehr als ein Jahr nicht gesehen….”

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So kam Kitaro aus dem Tierheim raus … und eine Woche später zu uns!

 

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Ein schöner und stolzer Rüde: ALASKAN KITARO Er hat sein Zuhause und seine Familie gefunden.

 

Diesen Text habe ich von meiner alten, archivierten Webseite hier in meinen Blog kopiert. Ich hoffe, dass sich damit jeder ein Bild machen kann, dass ein Hund es wert ist, aus dem Tierheim geholt zu werden! Sie danken es mit jedem Tag, den sie bei uns verbringen dürfen, und zeigen das mit ihrer Liebe! Ich werde es nie bereuen, mein “Grauwölfchen” zu mir geholt zu haben.

3 Kommentare

    • Gloria on 8. Februar 2015 at 21:14
    • Antworten

    Tolle Geschichte und toll Geschrieben.
    Auch wir haben 2 Samis aus dem Tierheim Krems geholt ( Mutter u.Tochter).
    Sie wurden damals vom Züchter als Gebärmaschinen benutzt und dann einfach ausgesetzt,viel Arbeit an die ganzen Hintergrundinfos zu kommen. Heute geht es der Tochter supergut und ist in unserem Rudel toll aufgenommen worden,leider konnten wir ihrer Mutter nurmehr 3 schöne Jahre schenken.
    Ich finde es echt super,wenn man sich so bemüht um einen Hund ,wie Du um Kitaro und das wünsche ich allen Tierheimhunden. Sie werden es Dir ewig Danken.
    Lg Gloria ( Gismo Majestic-Snowdogs)

  1. Ich denke, alle nordischen (und auch nicht nordischen) Hunde haben es verdient, einen schönen Platz zu finden, wo sie sich wohlfühlen können, und auch frei leben dürfen, ohne Zwang und mit vollem Familienanschluss. Da gehen wir sicherlich mit unseren Meinungen konform Björn. Danke für Deinen Kommentar hier bei mir!

    • Denyo und Björn on 8. Februar 2015 at 16:33
    • Antworten

    Tolle Story,
    “Der Hund, der aus dem Tierheim kam” hat mich doch sehr berührt und lässt mich an meinen Dicken denken, und wie ich zu ihm gekommen bin…
    Freut mich immer zu lesen, wenn nordische Seelenhunde den richtigen Partner finden und wieder aufblühen!

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