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Mallnitz in Kärnten – Urlaub bei echten Freunden!

Mallnitz in Kärnten – Urlaub bei echten Freunden!

 

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Unser Sommerurlaub 2015 führte uns heuer das erste Mal nach Kärnten, genauer gesagt, nach Mallnitz. Auf 1191m Seehöhe liegt das malerische Örtchen eingebettet im Gebirgsstock der Goldberg- und der Ankogelgruppe, die zum Nationalpark Hohe Tauern gehören. Auf der Suche nach einer hundegeeigneten Unterkunft stießen wir per Internet auf den Eggerhof und buchten nach kurzem Emailverkehr mit der Rezeptionistin Corinna unsere 1 wöchige Auszeit vom Alltagsstress.

Am 18. Juli ging es dann endlich los. Gepäck verladen, Hund im Auto, Abfahrt um 5:30 Uhr früh. Das Wetter spielte auch halbwegs mit, und wir machten noch einen Zwischenstopp beim Ströck in Gerasdorf. Wegverpflegung ausfassen … dabei bemerkten wir den Brand an der Wagramerstraße in einer Lagerhalle. War dies schon am Anfang unserer Reise ein böses Omen?

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Nach dem Ströck ging es dann hurtig auf die Autobahn. Knapp 400km lagen ja vor uns. Wien und die Südosttangente waren schnell durchquert, es gab keinen Stau, der wie sonst auch immer alles lahm legte. Der weitere Weg führte uns dann in Richtung Semmering und die S6. Dann Richtung Bruck an der Mur, Judenburg, Tamsweg, St. Michael im Lungau, die Tauernautobahn am Millstättersee vorbei, und endlich über Lurnfeld und Obervellach nach Mallnitz an unseren Zielort. Mit Pausen für unseren Wuffel und langsameren Passagen wegen Starkregens in der Steiermark waren wir ca. 5 1/2 Stunden unterwegs.

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Am Eggerhof angekommen, wurden wir herzlichst von Corinna begrüßt. So macht Einchecken Spaß! Und wer war sofort der Held des Tages? Unser Grauwölfchen! Er eroberte alle Mallnitzer Herzen im Sturm, und war sofort der Dorfliebling. Der Hund war in kürzester Zeit in ganz Mallnitz bekannt, obwohl wir noch keinen Schritt im Ort getan hatten!

Wir checkten also ein, und bekamen ein wirklich tolles Zimmer mit Gartenterrasse. Ein Willkommenspaket aus Leckerlies für den Hund, ein Hundehandtuch und eine Hundedecke (Leihgaben) sowie Futter- und Wassernapf im Zimmer standen schon bereit. Welch tolles Service! Bisher hatten wir überall für die Hunde zwar bezahlt, aber nie eine Gegenleistung dafür bekommen. Hier war alles anders! Hunde sind im Eggerhof herzlichst willkommen, wenn sie sich normal verhalten und nichts kaputt machen oder lärmen! Wir fühlten uns auf Anhieb wohl in diesem Haus!

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Wir machten Nachmittags dann noch einen kleinen Erkundungsspaziergang in der Ortschaft, schauten uns einiges an, und gingen dann zum Abendessen. Überall entgegnete uns nur Freundlichkeit und tolles Service. Die Menschen hier waren so ganz anders als bei uns zu Hause. Man war echt unter Freunden, und es war total unkompliziert ins Gespräch zu kommen. Sicher machte ein Großteil auch unser Grauer aus, der mit seiner immer freundlichen Miene und dem Lächeln um seine Schnauze die Leute um den Finger wickelte, aber es passte einfach alles hier. Wir hatten einen guten Start in unseren Urlaub. So ging der erste Tag in Mallnitz zu Ende, und wir warfen uns ins Bett, denn einige schöne Wanderungen standen an, und wir wollten dazu ausgeruht sein.

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Sonntag, 19. Juli – Auf geht’s!

Als Auftakt zu unserer Wanderwoche, suchten wir uns zum Akklimatisieren eine leichtere Strecke aus. Mit dem Wagen fuhren wir ans Ende des Tals zum Fuß des Ankogels. Am Parkplatz vor der Talstation der Ankogelbahn hielten wir, und machten uns auf den Weg vorbei am Stappitzersee zur Schwusserhütte auf. Hier ist der Naturlehrweg bestens zu empfehlen! Nicht überrannt (uns begegneten am Weg zur Hütte vielleicht 20 Gleichgesinnte, während am Forstweg die Massen unterwegs waren!) und der größte Teil des Weges verlief im kühlen Wald und entlang des Baches mit herrlich kalten und glasklarem Wasser. Es war einfach ein Traum, hier zu wandern.

Seebachtal-Schwusserhütte

In der Schwusserhütte gab es kulinarische Schmankerln, die man sich nicht entgehen lassen sollte: Apfelschnaps, Speckbrote vom Feinsten und “Schwarzbeersuppe” – frische Buttermilch mit Heidelbeeren! Die Bedienung war auch hier äußerst freundlich, die Preise überraschten ob der Qualität und der Quantität der Produkte. Es gab hier echt nichts zu meckern.

Fotogalerie: Talstation Ankogelbahn – Stappitzersee – Schwusserhütte (externer Link zu meiner Fotogalerie)

 

Anmerkung zur Leinenpflicht im Nationalpark: Wie in den meisten Wandergebieten gibt es auf der Forststraße nach hinten zur Schwusserhütte trotz Nationalpark und ausgeschilderter Leinenpflicht für Hunde, schwachsinnige Hundehalter- und halterinnen, die sich einen Pfiff darum scheren und partout an den Leinenpflichtschildern die Hunde ableinen, und frei laufen lassen! Leute das ist einfach SCHEISSE! Die Hunde hetzen in die Kuhherden rein, das Vieh reagiert verstört und nervös, überhaupt wenn sie Kälber haben, und dann wundert sich jeder, wenn Kühe Wanderer angreifen! Auch wir sind einigen solchen Idioten begegnet, die ihre Viecher einfach Leinen- und Kontrolllos laufen haben lassen. Sie sind ihren Hunden weder Herr, noch folgen diese. Die meisten haben sie nicht einfach abgerufen! Wundert Euch daher nicht, wenn dann mal einer Eurer Viecher nicht wieder zurückkommt, oder einen Arschtritt verpasst bekommt! Wir kommen wir anderen Hundehalter dazu, dauernd von Euch und Euren Kötern belästigt oder sogar mit Krankheiten oder Flöhen angesteckt zu werden! Und Pfefferspray zur Hundeabwehr solls ja auch geben …

 

Wir haben uns wegen unserem Senior wirklich Zeit gelassen, und so benötigten wir doch gut 4 1/2 Stunden für die knapp 10km lange Runde. Natürlich zusammen mit der Hütteneinkehr. Ein toller Auftakt wars auf alle Fälle, unserem Grauwölfchen machte es sichtlich Spaß, auch wenn er vor den Kühen einen heiden Respekt hatte und sie mied wo es ging. Und da er nicht bellt fällt er den Kühen ohnehin nicht wirklich auf. Apropos Kühe: Am Naturlehrweg können Euch auch wunderschöne Hochlandrinder begegnen! Wir haben sie auch gesehen. Sie standen plötzlich mitten im Wald und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, trotz dabei gewesener Kälber.

So verging der erste Tag mit wunderbaren Eindrücken für uns. Am späten Nachmittag kam dann die erste Gewitterfront ins Tal, aber zum Glück waren wir da schon im Zimmer und ruhten uns ein wenig aus. Grauwölfchen bekam sein Fressen, und wir gingen dann später Abendessen und ließen uns dabei verwöhnen. Das Essen im Eggerhof ist übrigens ausreichend (Halbpension) und bestand immer aus Suppe, Hauptspeise und Nachspeise, sowie Salat vom Buffet.

 

Montag, 20. Juli – Museumsbesuche und Kölnbeinsperre im Maltatal

Der Montag war für uns ein bisschen ruhiger. Zuerst wollten wir an den Millstättersee fahren und eine Schiffsrundfahrt machen. Doch als ich an den Anlegestellen die Massen von Leuten sah, die sich da über die Planke schoben, verging es mir. Das war weder meines, noch wollte ich das unserem Hund zumuten. Nach einer Spazierfahrt um den See (auf der Suche nach einem Bootsverleih, die es zwar gab, aber immer mit dem Eintritt in öffentliche Bäder verbunden war, wo es wieder von Massen nur so wimmelte) beschlossen wir, uns in Seeboden am Millstättersee das Bonsai Museum anzusehen. Es hat sich ausgezahlt! Noch nie habe ich so schöne Bonsai gesehen als wie da in diesem Museum. Unter fachkundiger Pflege einer Japanerin, die auch alle meine Fragen beantwortete, weiß ich nun, dass Bonsai nicht “kleiner Baum” heißt, sondern “Baum in der Schale” also egal in welcher Größe … (Infos zur Bedeutung des Namens)

Übrigens sind Hunde im Bonsai Museum erlaubt, wenn sie sich mit dem “Hausrüden” vertragen! Fotografieren ist nur im Zuge von Panoramen erlaubt, Aufnahmen der alten Bonsai als Einzelbilder sind verboten, warum auch immer.

Fotogalerie: Bonsai Museum Seeboden (externer Link zu meiner Fotogalerie)

 

Nach dem Bonsai Museum fuhren wir gleich weiter zur Burg Sommeregg die auch in Seeboden war, und eine interessante Ausstellung beherbergte: Das Foltermuseum! Auch hier war der Zutritt mit Hund erlaubt, für das Fotografieren musste man aber ein Fototicket um 1 Euro kaufen. Naja, das macht niemanden arm, und man muss danach nicht diskutieren ob man nun fotografiert hat oder nicht. Die Ausstellung selbst war sehr interessant, und so richtig schmuddelig-dunkel wie in einem Folterkeller gehalten. Einiges war dabei, das sogar ich nicht kannte. Aber schaut Euch doch einfach meine Fotos von da an. Vielleicht kennt Ihr ja auch das eine oder andere Teil ??

Fotogalerie: Burg Sommeregg mit Foltermuseum (externer Link zu meiner Fotogalerie)

 

Als letzte heutige Station machten wir uns dann auf den Weg ins Maltatal. Über die Malta-Hochalmstraße (Mautpflichtig) gings steil hinauf zur Kölnbreinsperre, Österreichs höchster Staumauer, die ich mir unbedingt ansehen wollte. Die Fahrt hinauf verlangte meinem alten 1,8 Tonner schon einiges ab, aber er brachte uns sicher hinauf, und wir parkten gleich beim Hotel neben der Staumauer. Eigentlich hatten wir eine Wanderung am Stausee entlang vor, doch das Wetter spielte nicht mit, und es wurde immer kälter und trüber. Das alleine wäre für eine Wanderung kein Problem gewesen, aber die Gewittergefahr wuchs von Stunde zu Stunde, und diese sind in den Bergen das Gefährlichste was einem passieren kann. So entschlossen wir uns einfach, nur zum Kölnbreinstüberl (1950m Seehöhe) zu wandern, um dort eine deftige Speckknödelsuppe zu verspeisen.

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Danach besichtigte ich die Staumauer selbst und auch den Airwalk mit Ausblick der Extraklasse! Diese Gelegenheit hat man nur selten: Auf einer Glasfläche zu stehen, mit 200 m freier Sicht in den nackten Abgrund; rundherum eine atemberaubende Aussicht auf die hochalpine Landschaft der Hohen Tauern. Nur auf dem Airwalk erlebt man die Architektur der Kölnbreinsperre in all ihren Facetten: Wenn sich über Deinem Kopf hinweg die Mauer wölbt und sich vor Dir der massive Körper aus 2 Millionen m³ Beton ausbreitet – übrigens fast das Volumen der Cheops-Pyramide (2,6 Millionen m³ Beton)!

Fotogalerie: Kölnbreinsperre (externer Link zu meiner Fotogalerie)

Am Weg hinunter ins Tal machten wir noch halt in der Fell- und Mineralienstube in Malta, wo wir ein paar kleine Mitbringsel einkauften, sowie im Eselpark der Familie Gollenz, von dem wir aber doch enttäuscht waren. Glückliche Tiere sehen in meinen Augen anders aus. Die Begrüßung durch die Inhaber war herzlich und wirklich freundlich, nur stellt man sich halt etwas ganz anderes vor, wenn man die Werbung für diesen Eselpark vorher wo gesehen oder gelesen hatte. Schade irgendwie.

 

Anmerkung zum Eselpark: Wer sich mit Unmengen an Fliegen herumschlagen will, freilaufenden Hühnern und deren Kücken, leinenlosen Hunden, und eine Menge an lärmenden Kids und deren grünangehauchten Müttern, der ist sicherlich im Eselpark gut aufgehoben. Für mich war es Stress pur, denn die lebensmüden Hühner samt Nachwuchs hatten nichts besseres zu tun, als meinem Grauwolf vor der Nase herumzutanzen. Nur schnelle Leinenrucke konnten verhindern, dass die schnappenden Zähne meines Jägers das eine oder andere Kücken durch den Hals rutschen ließ! Also für Hundebesitzer deren Fellknäuel beim Anblick solcher Bodenbewohner das Hungerbarometer von 0 auf 100 springen lassen, ist dieser Park eher nicht geeignet … Und wie schon erwähnt, die Tiere selbst schauen nicht gerade glücklich aus.

 

Und so ging auch der dritte Tag in Kärnten zu Ende, und wir fuhren zurück in den Eggerhof. Wie gewohnt bekam unser Fellberg wieder seinen Eisbecher, den er mit Genuss ausschleckte, und danach sichtlich zufrieden im Zimmer auf seinem Platz einschlief, und wir stressfrei zum Abendessen gehen konnten. Ab 16 Uhr donnerte und blitze es wieder, auch Regen kam über das Dörfchen. Eine Abkühlung die uns allen gut tat.

 

Dienstag, 21. Juli – Heute ging es hoch hinauf!

Das Wetter passte, und so beschlossen wir auf den Ankogel zu fahren. Mit der Ankogelbahn, die als Gruppenpendelbahn gebaut wurde, wollten wir hoch hinaus. Vom Parkplatz der Talstation weg machten wir uns für den Gipfelsturm bereit. Hunde sind kein Problem in der Bahn! Die erste Sektion besteht aus einer Doppel-Gruppenpendelbahn, und führt hoch zur Mittelstation auf 1945m Seehöhe. Die Hütte hier war leider geschlossen. Dann steigt man um auf die zweite Sektion, die eine 3fach-Gruppenpendelbahn ist, und fährt bis auf 2636m Seehöhe. Man überwindet mit beiden Sektionen 1355 Höhenmeter mit einer Geschwindigkeit von 10m/s und befindet sich in kurzer Zeit hoch oben in alpinem Gelände. Hier haben Flip-Flops und nicht ausreichende Ausrüstung keinen Platz mehr! Gute Bergschuhe und warme Kleidung gehören einfach dazu. Trekkingstöcke sind bei den Steigungen der Wege mit Sicherheit von Vorteil.

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Von der Bergstation wandert man dann hinunter zum neuen Hannoverhaus auf 2566m Seehöhe. Hier zu empfehlen: Die Frittatensuppe! Ein kulinarischer Traum der noch weit mehr kann, wenn man sie auf der Sonnenterrasse mit traumhaftem Ausblick auf das Tal genießt! Während der Abstieg zur Hannoverhütte über die Schneefelder recht einfach war, war der Aufstieg zurück zur Bergstation der Ankogelbahn schon ein wenig anstrengender. Hier oben merkt man dann so richtig, dass man die Höhenluft nicht gewöhnt ist! Als ich mich dann auch noch ganz rauf zur Arnoldhöhe auf 2700m aufmachte, verfluchte ich meinen Plan mehrmals. Hier wäre ein Sauerstoffzelt der volle Rausreißer. Jeder Schritt wird hier zur Belastungsprobe. Klar, man ist das als Flachländer einfach nicht gewöhnt. Doch oben angekommen, eröffnet sich eine andere Welt! Rundherum ein Traumpanorama, Gipfel über Gipfel, man fühlt sich groß und frei und doch ist man so klein inmitten dieser Naturwunder! Hier oben zu stehen, am Grat, und über 1000m hinunter über eine steile Felswand zu blicken, das ist schon ein beeindruckendes Erlebnis. Doch man muss sich dabei immer bewusst sein: Ein falscher Schritt, eine kleine Unachtsamkeit, und das wars! Hier oben hat man keine Chance, wenn man den Halt verliert!

Fotogalerie: Ankogel, Arnoldhöhe und Hannoverhaus (externer Link zu meiner Fotogalerie)

Nach diesem Bergerlebnis fuhren wir aufgrund von Schlechtwetterwarnungen wieder mir der Ankogelbahn nach unten. Leider erwischte uns auf der Mittelstation die Mittagspause – die Abfahrtszeiten sind da ein wenig schlecht koordiniert – und mussten noch 45 Minuten länger am Berg verbringen. Ein Abstieg zu Fuß kam wegen unserem Senior nicht in Frage. Das schafft er nicht mehr in seinem Alter. Also warteten wir. Die Niederlage war nur, dass die hier stehende Hütte nicht offen hatte. Doch die Zeit verging schnell, und so kamen wir gegen 14 Uhr wieder zum Auto und Grauwolf zu seinem Eisbecher …

Wir beschlossen, noch nicht zum Eggerhof zu fahren, und machten uns auf den Weg ins Tauerntal. Am Talboden entlang führt die Straße nach 6km an der Stockerhütte vorbei, wo eine Mautstraße beginnt (4 Euro) die fast bis zur Jamnigalm auf 1750m Seehöhe hinaufführt. Das war unser heutiges Abschlussziel. Vom Parkplatz vor der Jamnigalm bis zur Hütte selbst geht man knapp 15 Minuten. Von da aus führen die Wanderwege weiter in alle Richtungen bis ins hochalpine Gelände. Leider war die Jamnigalm entgegen der Ankündigungen unten nicht mehr bewirtschaftet und wir wollten schon umdrehen, als die Besitzerin mit hohem Alter von ihrer Aussichtswarte herabstieg, und uns mitteilte, dass die Alm schon lange nicht mehr bewirtschaftet sein, wir aber gerne was zu trinken haben könnten. Wir nahmen das Angebot dankend an, und machten in völliger Ruhe Rast und entspannten uns. Unser Grauer machte auch Bekanntschaft mit “Senta” einer jungen Bernhardinerhündin. Die Zeit hier oben schien einfach still zu stehen. Egal wo man oben ist, man kommt vom stressigen Alltag weg, und kann sich super entspannen. 30 Minuten später waren wir schon wieder am Weg nach unten, und machten noch einen Einkehrschwung in die Stockerhütte. Zum Empfehlen: Gekochtes Selchwürstel mit Senf, Kren und hausbackenem Brot! Ein Traum! Danach fuhren wir zum Eggerhof zurück, rasteten uns aus, und warteten aufs Abendessen.

Fotogalerie: Jamnigalm im Tauerntal (externer Link zu meiner Fotogalerie)

 

Mittwoch, 22. Juli – Die Kreuzeckbahn und eine Hitzewelle vom Feinsten!

Für den heutigen Tag hatten wir eine Bergfahrt mit der Kreuzeck-Panoramastandseilbahn (Info) in Reißeck geplant. Ursprünglich sollte es die Reißeckbahn sein, doch wir erfuhren glücklicherweise vorher, dass wegen Bauarbeiten oben alles geschlossen war, und es keine Einkehrmöglichkeiten gab. Kurzerhand planten wir also um, da die beiden Bahnen nicht weit auseinander lagen. Doch wie schon so oft im Leben, sollte es wieder mal anders als geplant kommen.

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Schon an der Kasse gab es die erste Überraschung. Hunde erlaubt, aber gegen 3 Euro Extragebühr. Wir selbst zahlten aufgrund der Kärntencard die wir beim Eggerhof dabei hatten ja nichts. Bisher war der Hund immer inkludiert und dabei, nur hier nicht. Egal, wir zahlten das Ticket. Dann die zweite Überraschung: Die Sitzreihen waren so derart eng, dass unser Dicker nur mit Mühe einsteigen konnte. Auch wir selbst mit den großen Rucksäcken hatten da so unsere Probleme. Irgendwie schafften wir es dann doch in diese Dose und fuhren den Berg hoch mit einem Gefühl von eng geschlichteten Sardinen …

Kaum aus dem Blechkorsett ausgestiegen bekamen wir erstmals wieder Luft, obwohl wir nur auf 1200m Seehöhe waren, beschlossen aber sofort, nicht wieder mit der Bahn nach unten zu fahren, sondern nahmen den Fußweg Kolbnitz (Nr. 6) um wieder zur Talstation zu gelangen. Der Weg führte an ein paar Alpakas vorbei, und in den kühlen Wald hinein. Doch dieser Schein von kühler Wanderung sollte trügen, wie wir schon bald feststellen mussten. Entgegen der Auskünfte der Bahnwärter, gab es im oberen Drittel nur einen einzigen Wasserbrunnen um den Hund wässern zu können (Wir haben ohnehin immer Wasser im Rucksack mit, aber Nachfüllen schadet ja nie), der Weg war teilweise extrem steil und mit groben Steinen übersät (keinesfalls pfotentauglich) und nach gut 3km Abstieg begann die Sonne herabzubrennen als ob wir in der Hölle wären. Das Thermometer kletterte auf über 30 Grad, und die Luftfeuchte stieg auf 90%. Der Weg selbst wurde immer schlechter und steiniger. Unser Hund tat sich immer schwerer. Wir legten Pause um Pause ein und wässerten den armen Kerl, der immer erschöpfter wurde. Durch die extreme Anstrengung des Bremsens mit den Vorderpfoten begann er immer mehr zu zittern, und legte sich immer öfter hin. Wir gaben ihm jede zeit der Welt um sich immer wieder auszurasten. Dann endlich, irgendwann nach 8km Abstieg und durchnässtem Gewand vom Schwitzen, einem Hund der nicht mehr mag und nur mehr daherwankte, erreichten wir glücklicherweise wieder das Auto. Sofort gabs Wasser in Mengen und Schatten für unseren tapferen Fellberg. Er erholte sich aber relativ schnell, und kam wieder auf die Beine. Ab ins Auto, retour nach Mallnitz. Das war uns eine Lehre! Vertraue einfach niemandem wenn es um Deinen Hund geht!

Den Nachmittag verbrachten wir mit Ausrasten und Hundepflege. Ein Muskelkater war unserem Grauwölfchen sicher, aber mehr passierte Gott sei Dank nicht. Hätte auch ins Auge gehen können. Nur in so einer Situation ist man auf sich selbst gestellt. Und runter vom Berg muss man. Doch unser Dicker ist robust und schaffte das, wenn auch komplett ausgepowert. Brav war er, und bekam auch eine Extraportion Leckerlies im Zimmer.

Fotogalerie: Kreuzeckbahn mit Talwanderung (externer Link zu meiner Fotogalerie)

 

Donnerstag, 23. Juli – Der Mölltaler Gletscher, der höchste von mir bisher bestiegene Punkt!

Nach dem unser Grauwölfchen gestern ziemlich nah an der Erschöpfung stand, beschlossen wir, auf den Mölltaler Gletscher zu fahren. Dort oben war es kühl, es lag Schnee, und er konnte sich da von den Strapazen des gestrigen Abstieges vom Kreuzeck weiter erholen. Also packten wir gleich nach dem Frühstück unsere Sachen, und fuhren von Mallnitz aus nach Innerfragant zur Talstation der Mölltaler Gletscherbahn.

Die Reise nach oben begann mit der längsten, unterirdischen, zivilen Standseilbahn der Alpen. Nach 8 Minuten, 4,8 km und auf 2.200m über dem Meer taucht man in eine andere Welt ein! Jenseits der Baumgrenze bringt einen dann noch die Eisseebahn (6er-Gondelbahn) auf über 2.800m in die einzige Gletscherskiregion Kärntens. Den Sonnblick vor sich, den Großglockner dahinter, und weitere 28 Bergriesen um sich – so erlebt man hier oben den Gletscher in all seinen Facetten.

Die Fahrt mit der Gletscherbahn war problemlos. Zwar machte man uns auf die Beißkorbpflicht aufmerksam, doch es hielt sich niemand daran, und so tat ich das meinem Hund auch nicht an. Er stieg ein, legte sich hin, und wartete geduldig nach der Abfahrt auf die Ankunft oben am Berg. Einziger Schwachpunkt der Fahrt sind die ganzen Bodengitter, die nicht pfotentauglich sind. Da ich ihn aber langsam drübersteigen ließ, und auch zeit genug ließ, war das kein Problem. Auch das Umsteigen in die Gondelbahn klappte super. Er ist ja doch eine kleine Bergsau, die genau weiß, was zu tun ist.

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Oben an der Bergstation angekommen, zeigte sich die Bergwelt Kärntens in seiner vollen Pracht! Noch nie war ich so hoch oben und konnte so ein Panorama genießen! Sofort marschierten wir in Richtung Geländekante um den Ausblick her oben zu genießen! Ein Foto ist zwar ein bleibender Eindruck, aber in natura ist der Anblick überwältigend!

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Während sich Frauchen und unser Dicker in der Bergstation nieder ließen, und sich eine schöne Zeit machten, begab ich mich nun auf den Weg, mir einen Traum zu erfüllen. Hoch auf über 3000m und ein “Selfie” vor einem Gipfelkreuz. Den schweren Rucksack ließ ich nun aber herunten, bewaffnete mich mit der DSLR und den Trekkingstöcken, holte mir ein Ticket für die letzte Etappe nach oben, und machte mich auf den Weg in Richtung Sessellift. Der Abstieg zur Liftstation dauerte knapp 20 Minuten, obwohl das gar nicht so weit ausgesehen hatte. Man darf eben die Entfernungen nicht unterschätzen. Dann endlich saß ich drauf und es ging immer weiter hinauf. Es wurde auch immer kälter. Oben ausgestiegen befand ich mich in echtem hochalpinem Gelände Jetzt offenbarte sich mir der volle Wahnsinn der Halbschuhtouris, die hier herumrutschten und sich irgendwie auf den Beinen hielten. Der Schnee war voll rutschig und gleich daneben ging es hunderte Meter den steilen Hang hinunter! Lauter Wahnsinnige und Lebensmüde schoss es mir durch den Kopf! Und die lachten auch noch über ihren eigenen Blödsinn!!

Ich musste mich nun echt ein paar Minuten ausruhen, und mich an die dünne Luft hier oben gewöhnen. Wer behauptet, das hat er nicht nötig, der lügt sich selbst in den Sack! Jeder Schritt weiter nach oben strengt an. Egal ob man nun Kampfgewicht hat, oder zartbesaitet ist! Ein Schwindelanfall aufgrund weniger Sauerstoffs in dieser Höhe, ein falscher Tritt, und weg ist man …

Dann machte ich mich auf, und bestieg den Steig zum Gipfelkeuz. Seilgesichert führte der Singletrail am Berggrat entlang. Die Tiefe hinab konnte man nur erahnen, da das Tal komplett mit Wolken verhangen war. Steil war es auf alle Fälle, und ich achtete auf jeden Schritt den ich machte. Das hier oben ist kein Spaß mehr, wo man machen kann was man will. Es ist saugefährlich! Irgendwann war es dann so weit. Ich stand am Gipfelkreuz und zog mir diese grandiose Aussicht rein! Ein Gefühl von Sieg und Befreiung umschmeichelte mich. Es war einfach toll hier oben!

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Auf 3150m Seehöhe – Mein erster 3000er!

Ich machte vorsichtig meine Fotos, und erblickte dabei ein weiteres in der Nähe befindliches Gipfelkreuz. Das wollte ich auch noch machen. Also begab ich mich auf den Weg, stieg wieder zur Liftstation ab, und ging dann weiter zum nächsten anvisierten Punkt. Doch ich kam nicht weit. Es ging nur an einem echt schmalen steil abfallenden Grat entlang, entweder links oder rechts an einem Fels vorbei. Bei den ersten Schritten merkte ich schon, dass meine Trekkingschuhe (LOWA) hier oben fehl am Platz waren, und einfach am Eis rutschten. Hier gab es keinen Halt, wenn man ausrutschte. Das war mir zu gefährlich, und ich drehte um. Im selben Moment sah ich, wie ein Gipfelkreuztourist ausrutschte und sich gerade noch mithilfe seines Wanderkollegen abfangen konnte. Nein, es war einfach zu gefährlich. Ich ließ es bleiben.

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Der Weg nach unten ging relativ problemlos, und der Aufstieg von der Sesselbahnstation zur Bergstation der Gondelbahn, brachte mich abermals an meine fluchenden Grenzen. Eine schwarze Schipiste hochzukoffern – ja das konnte es auch! Doch alles ist zu schaffen, wenn man nur will. Grauwölfchen freute sich den Ast ab, als er mich wieder sah, und wir eine Runde kuscheln durchzogen. Nach einer angemessenen Rast machten wir uns auf, um noch vor dem Ansturm der Massen, ins Tal zu kommen. Auch eine Schlechtwetterfront zog auf, und die wollte ich hier oben am Berg nicht miterleben.

Ab in die Gondelbahn, umsteigen in die Gletscherbahn, und 10 Minuten später fuhren wir bereits ins Tal hinab. Von 10 Grad oder weniger zu 30 im Tal. Das konnte dann auch was. Zurück in Mallnitz verbrachten wir den restlichen Tag mit einem kleinen Spaziergang im Ort, schauten uns die Wassermühlen und das BIOS an, und ließen die heutigen Eindrücke auf uns wirken. Ein echt wahnsinnstoller Tag ging zu Ende, und bald auch die Urlaubswoche. Nur noch ein Tag, um was zu machen.

Fotogalerie: Mölltaler Gletscher (Externer Link zu meiner Fotogalerie)

 

Freitag, 24. Juli – Gemütlicher Spaziergang ins Dösental

Der letzte Tag unseres Urlaubs war angebrochen. Wir wollten es gemütlich angehen, und nahmen uns einen Spaziergang ins Dösental vor. Grauwölfchen war wieder fit auf den Beinen, also stand dem nichts im Wege. Zuerst mit dem Wagen auf irre schmalen Gassen rauf auf knapp 1500m Seehöhe zum Parkplatz. Dann die Rucksäcke schultern, und ab gings auf einem ruhigen und schönen Wanderweg in Richtung Konradlacke und der Konradhütte. Teilweise mit ziemlichen Steigungen, schlängelte sich der sogenannte Blockgletscherweg in Richtung Dösensee, der aber nur über eine steile Geländestufe und mit viel Zeit erreichbar war. Aus Rücksicht auf unseren Hund, steckten wir uns den halben Weg als Ziel. Das reichte vollkommen aus. Immer am Dösenbach entlang führte uns der Weg, bis wir die – leider auch geschlossene – Konradhütte erreichten.

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Nach kurzer Rast machten wir uns halt wieder auf den Weg nach unten. Bei der “Venezianersäge” blickte ich zufällig in das dort querende Bachbett, und mir stach sofort ein Stein ins Auge, dass sich dann als Muttergestein mit Granateinschlüssen herausstellte. Meine alte Leidenschaft, das Sammeln von Mineralien, erwachte augenblicklich! So legten wir eine Rast ein, und während sich Frauchen und Grauwolf die Sonne auf die Bäuche scheinen ließen, durchstöberte ich das Bachbett nach für mich wertvollem Gestein. Ich wurde auch fündig, wie man am Foto erkennen kann:

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Nach der Wäsche meiner Funde im daneben liegenden Bach (mich wunderte es, dass das Wasser nicht steif war, so kalt ist es gewesen!) packte ich meine Findlinge in den Rucksack und wir stiegen weiter in Richtung Parkplatz ab. Mit gefühlten 50kg im Rucksack erreichten wir dann unseren Wagen wieder. Unser grauer Scheißer sprang sofort in seinen heißgeliebten Kofferraum, bekam sein Wasser, lockte mir noch eine Portion Leckerlies raus, und machte sich sofort daran einfach zu schlafen. Auch wenn es der erste Urlaub nach dem Verlust meiner Hündin Anka war. und sie mir sehr abgeht, muss ich sagen, dass ich noch nie so entspannt unterwegs war wie heuer. Anka war eine schwarze Furie, keine Chance zum Erholen, immer auf Zug und Lust auf Radau gegenüber anderen Hunden und Tieren. Heuer war alles anders. Kitaro war eben ein ganz anderer Charakter, einfach ein Phlegmatiker dem alles wurscht war, und sowas von ruhig und brav, dass man ihn manchmal nicht einmal bemerkte.

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Am Weg nach unten nahmen wir dann noch zwei einsame Wanderer mit, und setzten sie in Mallnitz vor ihrem Hotel ab. Dann beschlossen wir noch einen Besuch auf der Raineralm die man auch mit einem leichten Spaziergang erreicht. Empfehlung: Erbsensuppe mit Würstel! Ein Traum von kulinarischem Highlight! Nach diesem Ausklang hieß es dann zurück in den Eggerhof, und packen für die morgige Abfahrt. So schnell ist eine Woche um.

Fotogalerie: Blockgletscherweg Drösental (Externer Link zu meiner Fotogalerie)

Fotogalerie: Spaziergang zur Raineralm (Externer Link zu meiner Fotogalerie)

 

Samstag, 25. Juli – Ende unseres Urlaubs und Abstecher zu Freunden bei der Heimfahrt

Wie alles Schöne, ging auch dieser Urlaub viel zu schnell zu Ende. Da heute das Tauernfest stattfinden sollte, mussten wir uns beeilen, und den Wagen schon vor 8 Uhr außerhalb der gesperrten Straßen parken. Also früh raus aus den Federn, das Gepäck verladen, mit dem Hund Gassi gehen, anschließend noch schnell frühstücken, und um 9 Uhr saßen wir schon in Richtung Heimat im Auto. Ursprünglich hatte ich geplant, entweder über den Glockner oder die Tauernschleuse und Salzburg nach Hause zu fahren. Doch dann entschlossen wir uns, noch Freunde am Klopeinersee zu besuchen. Also machten wir uns in Richtung Villach und Klagenfurt auf den Weg zu ihnen. Kurz vor Mittag trafen wir dann ein, wurden herzlich empfangen (wie überall in Kärnten), wurden mit Kaffee und Kuchen verwöhnt. Vielen Dank an Monika und Franz!

Aber nun war es dann wirklich so weit … wir rauschten nach Hause ab. Und dann, nach insgesamt 9 Stunden Reisezeit mit Pausen und Aufenthalten, trudelten wir um 18 Uhr zu Hause ein. Schnell war alles ausgeladen und verstaut. Grauwölfchen bekam seine Fressensration, und gleich danach kugelte er bellend und quietschend im Bett herum, und freute sich, dass wir wieder zu Hause waren.

Das war also unser Sommerurlaub 2015 in Kärnten. Schon jetzt wissen wir: Wir fahren wieder nach Mallnitz, wenn unser Grauwolf nächstes Jahr so fit ist wie heuer. Auf alle Fälle freuen wir uns auf ein nächstes Mal im schönen Kärnten!

 

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