Nuk’s erstes Trailrocking auf 21km Wegstrecke

Nuk’s erstes Trailrocking auf 21km Wegstrecke

3. April 2018, 7:30 Uhr. Es schien ein schöner Tag zu werden. Morgenkaffee reingekippt, angezogen, Nukka fertig gemacht, ein Blick auf das Thermometer: 5 Grad+. Wir machten unsere tägliche Gassirunde. Unsere mittlerweile “Große” hat Energien in ihr, die mittlerweile in ihrer Flegelphase nur schwer zu zügeln sind. Als ich mir dann so bei der Runde den traumhaften Frühlingsmorgen betrachtete, dachte ich mir, das wäre heute der richtige Tag Nukka auch zu dem schon seit 14 Tagen angesetzten Vorabstart des “Burning feet 2018” mit zu nehmen. Da sich sonst niemand des Orga-Teams gemeldet hatte um dabei zu sein, würde sie eine willkommene Abwechslung und Wegbegleitung füer mich sein. Nur musste ich den Rucksack nochmals umpacken, und alles für den “Start mit Hund” verstauen.

Um Gewicht zu sparen, kam nun meine Jause raus und Nukkas Snacks rein,  die DSLR wurde gegen die kleine Digicam getauscht. Erste-Hilfe-Set ist ohnehin für uns beide, also kein zusätzliches Gewicht, außer Wasserschüssel, 1.5l Wasser für Nuk’, und natürlich die Booties. Schnell war alles bereit, und ich schnappte mir die Kröte und fuhr nach Großengersdorf zum Stallberg, wo der Start erfolgte.

Um exakt 8.57:59 Uhr marschierten wir zwei dann los. Noch wusste Nukka nicht was auf sie zukam, und ich eigentlich auch nicht, weil es die erste so lange Strecke für sie war. Mit ihren 9 1/2 Monaten war sie zwar schon alt genug dafür, aber es fehlte ihr natürlich die Erfahrung um sich ihre Kräfte einteilen zu können wie es Malamuten eben tun, wenn sie auf langen Strecken unterwegs sind. Nukka ist ein braves Mädchen. Sie weiß mittlerweile genau wie sie an der Zugleine gehen muss, auch wenn sie mich ab und an Mal auf die Probe stellt, und hinter mir vorbeirennt um mich einzuwickeln, aber das gehört halt dazu. Auch die Richtungskommandos kennt sie mittlerweile sehr gut, und reagiert auch super darauf. Das erleichtert auch viel beim Trekking.

Die ersten 2 Kilometer machten wir in Rekordtempo, dann kam der erste Knackpunkt für Nuk’. Wir mussten durch das Ortsgebiet entlang einer stark befahrenen Straße. Nukka ist wie Anka vollkommen verbohrt, wenn es darum geht, Autos zu jagen. Je größer desto besser. Keine Ahnung an was das liegt, aber es lässt sich auch nur schwer kontrollieren weil der Sprung in Richtung fahrender Untersatz ohne Vorwarnung erfolgt. Nunja, da musste wir durch, und ich lenkte Nukka auf den Gehsteig. Die Überraschung kam sofort. Sie reagierte genau Null auf den ganzen Verkehr und ging brav vor mir her. Klar nahm ich die Leine kürzer, aber sie machte auch keine Anstalten, irgendwie in Richtung Straße abzubiegen. Auch die Querung klappte und das restliche Stück dann wo es keinen Gehsteig gab. Ich war echt überrascht, und auch stolz auf sie.

Von jetzt an gings wieder am freien Feld weiter. An der Remise in Großengersdorf vorbei, und dem Rußbach entlang. Einziges Problem war ein von hinten kommender, nicht hörbarer Radfahrer, der wieder einmal ohne Vorwarnung an uns vorbei schoß wie wenn es seine letzte Fahrt wäre, und mich und Nukka erschreckte. Nukka stieg wieder mal auf, riß an der Leine, mir knackte wieder der ohnehin schon schwer beleidigte Wirbel, und ich musste kurz mal anhalten und den Rucksack abnehmen. Auch hier wartete sie geduldig, bis es nach ein paar Minuten weiterging. Bei exakt KM10 machten wir dann eine kleine Trinkrast. Meine kleine Trailgöre soff wie ein Kanalgitter. Schon jetzt wusste ich, dass es mit dem mitgeführten Wasser eng werden würde. Sie brauchte mehr als meine vorherigen Hunde. Jetzt merkte ich ihre Abstammung erst so richtig.

Es wurde warm, so richtig warm. Ich schätzte, dass es mittlerweile so gute 18-20 Grad+ hatte. Wir marschierten nach 10 Minuten weiter, und Nukka hing die Zunge raus wie eine alte Wandersocke. Aber das passte schon. Durch das hecheln reguliert sie ja auch ihre Körpertemperatur. Bisher klappte alles tadellos. nach einem halben Kilometer kamen wir dann nach Bockfließ und musste wieder durch Ortsgebiet durch. Ob Nukka wieder so brav ging wie in Großengersdorf? Ja, das tat sie. Ins Stocken gerieten wir erst in der Kellergasse, als von diversen Gärten Hunde anfingen zu bellen und zu keifen. Das war ihr nicht geheuer. Die enge Gasse, und dann noch die Bellerei der nicht sichtbaren Hunde. Zuerst verweigerte sie, dann aber gab sie sich einen Ruck und ging weiter. Zwar ein wenig verängstigt weil sie nicht wusste was da um sie herum los war, aber als sie merkte es würde ihr nichts passieren, kamen wir wieder zügig voran. Bei KM12.5 waren wir wieder auf freiem Feld. Und es wurde immer wärmer. Nächste Überraschung: Ein Rennradfahrer am Feldweg! Keine Ahnung wo der plötzlich dahergekommen ist, aber der knallte so knapp an uns vorbei, dass sogar der daneben stehende und dem Treiben zusehende Bauer meinte: “So ein Idiot!”. Die Radfahrer sind eine Gefahr geworden! Rücksichtslos knallen sie überall herum ohne Rücksicht auf andere. Speziell bei Hunden ist es eine Gefährdung was die machen, denn niemand kann das Verhalten eines Hundes vorhersehen wenn er so erschreckt wird! Aber das geht in die Gehirne dieser Umweltrowdies nicht rein.


Nachdem Nukka ja noch ihren Winterpelz hatte, nahm ich ein wenig Geschwindigkeit raus, und ging langsamer. Die pralle Sonne und mittlerweile gefühlte 25 Grad+ oder mehr, zwangen auch Nuk’ zu langsamerem Schritt. Dann noch der steile Abschnitt den wir nun noch hinter uns bringen mussten, das merkte man ihr nun an. Bei KM14 fand ich am Wiesenweg den wir nun gingen, eine schattige Stelle, und legte wieder eine Trinkpause für sie ein. Ich legte mich in die Wiese, Nuk’ schlemperte zuerst die halbe Wasserflasche leer, dann legte sie sich zu mir, und wir machten 15 Minuten Pause. Hier bekam sie auch ein paar ihrer Lieblingsleckerlies, die sie genüsslich fraß. Sie genoß diese kleine Rast, und als wir wieder aufbrachen, zeigte sie keine Spur vopn Erschöpfung oder Müdigkeit. Hätte mich auch gewundert bei dem Kraftpaket das mich da begleitete.

Gerade als wir aufbrechen wollten, kam wieder einmal ein Radfahrer von oben daher. Geräuschlos, ohne ein Wort zu sagen, knallte an uns vorbei. Ich konnte Nukka gerade noch halten als sie aufstieg um sich den zu krallen als der Vollpfosten auch noch unter dem vorbeifahren meinte: “Ich will nicht Spielen …”. Noch so ein Idiot!

Wir erreichten dann die “Leitngram”, ein Hohlweg der sich zum Hochleithenwald schlängelte. Eng, aber schön. Und wie es der Teufel wollte … kamen hinter uns zwei Radfahrer daher. Aber diese zwei machten sich bemerkbar. Ich drehte mich um, sah sie und sagte ihnen, dass weiter vorne eine Stelle käme, wo ich ausweichen und sie vorbeilassen könne. “Passt schon, so lange der Hund nicht zu uns rennt!” meinte dann einer der beiden. Ah! Die hatten Respekt vor Nukka in der engen Passage! *lach* – Gesagt getan. Ich kam dann zu der “Ausweiche” nahm Nukka beiseite, und die beiden bedankten sich auch dafür. So funktioniert es, das Miteinander zwischen Wandersleut und Radlern. Alles andere ist eine Frechheit.

Nachdem wir den ehemaligen Checkpoint 15 erreicht hatten, gingen wir sofort weiter über den Bockberg durch den Hochleithenwald, und weiter zur “Bockschliachtn”. Das war der letzte Knackpunkt für uns. Wer die Bockschliachtn kennt, weiß von was ich hier nun schreibe.  Nach fast 19km spürte ich nun mein kaputtes Knie, und nach wie vor den Rückenwirbel vom ersten Radlerkontakt. Jetzt sollte sich zeigen, wie brav Nukka ist, und was sie gelernt und sich auch gemerkt hat. Wir stiegen in den engen und steilen Hohlweg ein und ich hoffte dass diesmal kein Radler daherkam. Hier gabs weder Ausweichstellen, noch die Chance zu bremsen wenn die mit vollem Speed da runterkommen würden. Nukka  war erstaunlich brav! Sie befolgte das Kommando “langsam” vorzüglich. Problemlos (und ohne Radlerkontakt) kamen wir unten an, und verließen den Hohlweg.


Die restlichen 1.5 Kilometer sollten nun keine Probleme mehr machen, doch Nukka entschied anders. Vielleicht 300m vor dem Ziel begann sie zu bocken, wollte nicht mehr. Klar, es war mittlerweile sehr warm und sie wusste ja nicht, dass wir schon fast beim Auto waren. Ich nahm sie zu mir, kraulte sie durch, redete ihr gut zu, und siehe da … sie sprang auf und lief weiter wie wenn nichts gewesen wäre. Um exakt 13.25:25 Uhr erreichten wir dann das Ziel.

Sofort bekam meine tapfere Große ihr Wasser, und eine Portion Sonderknuddler. Sie hatte es geschafft und mit Bravour die Strecke gemeistert. Ihr erstes 21km Trekking. Die Pfotenkontrolle ergab keine Verletzungen, sie ging normal hatte also auch keinen Muskelkater, auch alles andere passte. Super! Sie ist ein tolles Mädchen und klasse Wanderbegleitung! Genau so einen Hund wollte ich wieder, und sie hat gezeigt dass sie in die Fußstapfen meiner Anka gestiegen ist, die eine ebenso tolle Hündin war …

Zu Hause angekommen, versorgte ich Nuk’ mal mit einer Badewanne voll Wasser, einem Kübel voll Futter, und einem leckeren Schinkenknochen. Sie putze alles weg, schlief gerade mal 1 Stunde auf der Terrasse, und war danach wieder top fit! Ja, das ist meine “Kleine”.  So soll es sein!

Nukka war die richtige Wahl!

Die kompletten Fotos dieser Tour findet Ihr in meiner Fotogalerie unter “Die Trailrocker 2018”.

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