Mallnitz 2019, die Dritte!

Ja, was soll ich Euch hier noch schreiben? Mallnitz hat uns doch noch einmal in diesem Jahr gesehen. Auszeit, wie man so schön sagt. Es war einfach notwendig. Stress im Beruf, ausgelaugt, einfach nur mehr kaputt. Da hat sich ein kurzfristiges Wochenende in Kärnten einfach angeboten, und wir haben wieder ein tolles Hotel gefunden. So rauschten wir am verlängerten Wochenende vom 1. – 3. November (Freitag bis Sonntag) wieder zu unseren Freunden ab.

Die Anfahrt war wie gewohnt. Von 7 bis 12 Uhr “on the Road” mit Pause für unsere Bergmurmel war ein guter Schnitt. Erstes Ziel vor dem geplanten Einchecken im Hotel war natürlich wieder Heidi vom Haus Waldruhe. Heidi steckte zwar mitten in den Vorbereitungen für ihren Abverkauf von Heidi’s Geschenkestüberl, was sie und ihre Freundin Gabi aber nicht abhielten, sich Zeit für uns abzuzwacken. Nun, lange Rede, kurzer Sinn: Nach einer Stunde war meine eiserne Reserve vom “Tschurtschlwasser” leer und wir alle hatten das berühmte Mallnitzer Grinsen im Gesicht … *lach*. Was solls, man lebt nur einmal, und Spaß muss sein.

Nachdem es dann ziemlich trocken wurde, besuchten wir zusammen noch schnell Rosi im Cafe Donath. Hier gibts nach wie vor den besten Kaffee ever. Rosi ist übrigens sehr um ihre Gäste bemüht, also ein Geheimtip für alle die mal in der Gegend sind. Besucht sie, Ihr werdet es nicht bereuen.

Unsere diesmalige Unterkunft direkt im Ort! Es passte auch diesmal wieder alles.

Nachdem uns fast die Zeit davongelaufen wäre, huschten wir ins Dorf, wo wir dann im Hotel Mallnitz eincheckten. Ein von einer ungarischen Familie geführtes Haus mit angeschlossenem Restaurant. Wir bekamen ein ebenerdiges Zimmer mit kurzem Zugangsweg von außen. Super für uns und Nukka, da wir uns nicht durch ein ganzes Hotel schlängeln mussten um ins Zimmer zu gelangen. Der Empfang war herzlich freundlich und in kürzester Zeit war alles erledigt. Der erste Eindruck war genauso wie es auf der Webseite zu sehen ist. Hell, sauber, geräumig. Alles war vorhanden, was man so braucht um ein paar Tage gut zu wohnen.

Der “Gutenbrunner”, Gasthof Gutenbrunn im Tauerntal.

Um 17:30 Uhr trafen wir uns nach einem kleinen Spaziergang im Tauerntal wieder mit unseren Freunden, und kehrten beim “Gutenbrunner” (Gasthof Gutenbrunn) wieder ein. Leider wurden wir sofort erkannt, und die nächsten Runden “Tschurtschlwasser” (Zirbenlikör) standen am Programm. Ab da ging es dann Ruck-Zuck. Furchtbar was so in einen reinpasst. Was haben wir gelacht! Doch die Zeit verlief wie im Flug, und es stellte sich ein großes Hungergefühl ein. Da wir nicht auf Wild scharf sind, wollten wir im Ort was essen gehen. Doch dann erfuhren wir (leider zu spät), dass die Badwirtin wo wir das letzte Mal so super gegessen hatten, geschlossen hatte. Auch der Eggerhof war zu, das Sportcafe hatte nichts mehr zu essen weil Saisonschluss, die meisten Hotels hatten ebenfalls geschlossen. So verschlug es uns zu einem Pizzastand direkt neben dem Billa im Ort. Nun, ich hatte zwar schon getrübtes Geschmacksempfinden von dem ganzen gesunden Zirbenzeug, aber diese Pizza war die wohl zweitschlechteste vom Geschmack her, die ich je gegessen hatte. Schade eigentlich, wenn man der einzige ist, der weit und breit offen hat. So trennten wir uns nach dem kulinarischen Faux pax, und kehrten ins Hotel zurück.

Die erste Nacht war grauenvoll. Ich fühlte mich bis 3 Uhr Morgens wie in einem Grill! Dann endlich fand ich das Ventil zum Heizkörper der direkt neben meinem Bett montiert war und mit vermeintlich 100° Vorlauf arbeitete! Wahnsinn. Und davon hatten wir 5 Stück im Zimmer!! So fühlen sich also Grillwürstel wenn sie am Rost liegen! *hahahaaaaaaa* – Nachdem sich der Heizkörper dann abgekühlt hatte, kam auch Nukka zu mir ans Bett und wir schliefen ein und bis Frühmorgens durch.

Guten Morgen Mallnitz!

Guten Morgen Mallnitz! Hunger! Frühstück! Doch zuerst mal mit der Kleinen raus für eine Gassirunde. Madam musste ja mittlerweile auch schon dringend. Aber es wäre nicht meine Nukka, wenn sie dort wo sie hätte ungestört können nicht ihr Geschäft verrichtet, sondern an Stellen, wo ich nur mit dem Kopf schütteln kann. Diesmal ein Grünstreifen zwischen Gehsteig und Hauptverkehrsstraße, 40cm breit und 50m lang. Und genau da auf diesem schmalen Band, muss sie sich erleichtern, natürlich nicht unbeobachtet von der Mallnitzer Bevölkerung, und von einem Bauern mit “na bumm” die Größe ihres Morgengeschenks bewundernd. Das zweite “na bumm” kam dann aus gleichem Munde, als ich eines der Gackerl-Sackerln aus der Flexi zog, denn ich hab generell XXL-Sackerln mit. Ich kenn ja meine Verfressene und ihre Hinterlassenschaften. Ich lachte nur in Richtung Zuseher und entfernte das Teil das auf dem Streifen auffiel wie ein Gipfelkreuz am Berg. Doch dann das Problem wie in vielen Orten: Kein Mistkübel weit und breit. Und so trägt man das in der Kälte rauchende Teil eben ein paar Kilometer spazieren bis sich dann doch endlich ein (zwar überfüllter, aber zumindest vorhandener) Mistkübel fand.

Frauli was machst Du da?

Danach kam Nuk’ ins Zimmer, und wir gingen frühstücken. Ein schön angerichtetes Büffet mit allem was man eben braucht.Nichts unnötiges und in Mengen die auch verbraucht werden konnten. Wenn was ausging wurde sofort nachgefüllt. Großteils natürlich ungarische Ware. Für manche wahrscheinlich ein Grund zur Beanstandung, aber ich fands toll. Authentische Waren in einem ungarisch geführten Haus. Mir hats geschmeckt, und der Kaffee war auch sehr gut.

Am späten Vormittag trafen wir uns dann wieder bei Rosi im Donath, plauderten über dies und das, und gingen dann per Pedes hinein ins Tauerntal. Nukka und Lilli sollten sich die Pfoten vertreten können. Auch hier sah man mittlerweile die extremen “Erntungen” des Waldbestandes. Kahlflächen wohin man schaut, teilweise von den Harvestern zerstörte Wege, die Natur wird auch hier schonungslos ausgebeutet. Aber sich Nationalparkgemeinde schimpfen. Am Gutenberger schlenderten wir dann noch vorbei und wollten weiter ins Tal hinein, als Nukka plötzlich verweigerte, und keinen Schritt mehr machen wollte. Sie führte sich auf wie Kitaro der sich als Hüttenhund entpuppte. Der wollte auch nur mehr rein ins Warme wenn er konnte. Jetzt trat Nukka in seine Pfotenstapfen und spielte das gleiche Spiel. Also drehten wir halt um, und wollten ins Gasthaus Gutenbrunn. Leider wurde uns das aber sowas von schnell vermiest …

Erledigt …

Direkt nach dem Stiegenaufgang hatten die von uns ohnehin nicht geliebte Jägerschaft zwei abgetrennte Rehköpfe platziert. Einem davon hing sogar die Zunge raus, also kein schöner Anblick. Meinen weiblichen Begleiterinnen drehte es gleich mal den Magen um, Nukka ließ es kalt da sie auf tote Tiere nicht reagierte, aber mich stieß es auch ab. Sowas muss nicht sein! Da sieht man, welches Denken die meisten Jäger haben. Brauch in oder her, das ist in meinen Augen eine Vollidiotie! Es kommen viele Besucher die diesen Anblick nicht mögen, und Kindern muss man sowas auch nicht antun. Meine Meinung, aber ich werde damit sicherlich nicht alleine sein. Also gingen wir weiter und kehrten nach einer Spazierrunde im Dorf ins Hotel zurück. Für 18 Uhr haben wir uns vor dem Hotel Bergkristall verabredet wo wir essen gehen wollten.

Herrlich ist es im Wald.

Und wieder kam es anders als geplant: Im Hotel Bergkristall waren wir wegen einer geschlossenen Feier (die übrigens von außen nicht angekündigt war, wo aber ein Schild mit ohnehin extrem teuren Speisen einlud!) nicht willkommen. Haben wohl Gäste von außerhalb nicht mehr nötig gehabt. Gerüchteküche hin oder her (in Mallnitz wird ja behauptet dass das Essen in unserem Hotel nicht ganz so ok sein soll), entschlossen wir uns dann, dies doch zu testen und kehrten bei uns im Ungarischen Restaurant des Hotel Mallnitz ein. Und wieder: Ein freundlicher Empfang, schnelles Service, und dann ein bisserl warten auf die Speisen. Ich sag halt immer, wenn was frisch gekocht wird, dann darfs schon mal ein bisserl dauern. Und es war frisch gekocht! Ungewohnt war es alle Mal, weil eben ungarische Küche, aber Geschmacklich top in Ordnung. Auch an der Qualität gab es nichts auszusetzen.

Ich bestellte mir eine Fritattensuppe und ein Cordon Bleue. Die Suppe war eine erstaunlich gute Hühnersuppe mit hausgemachter Einlage (ungewöhnlich da man in Österreich meist nur Rindsuppe bekommt) die echt gut schmeckte, und das Cordon Bleue wurde bereits leicht aufgeschnitten mit dem Käse auf der Panier auf Pommes serviert. Auch ungewöhnlich, aber geschmacklich einfach gut! Das Fleisch war weich, keine Flaxen oder Fettstücke drinnen, genauso wie es sein soll. Auch hier eine klare Empfehlung von mir für dieses Restaurant.

Wir ließen das Wochenende in lustiger Runde noch Revue passieren, stellten abschließend fest, dass Mallnitz im Herbst aber genau nichts für Gäste bieten kann (Wanderurlaub im Herbst – eine Niederlage! Sogar die Ankogelbahn hat geschlossen, und die meisten Hütten sowieso!), und das ganze Wochenende sprichwörtlich die Gehsteige hochgeklappt waren. Traurig, denn wir kennen diesen Ort von seiner geselligen und aktiven Seite im Sommer. Da meckern ohnehin nichts half, machten wir halt das Beste draus, und verbrachten im Großen und Ganzen ein lustiges Wochenende da.

Einmal Baden muss einfach sein … auch bei nur 7°C Wassertemperatur.

Und weil die Zeit leider so schnell vergeht, mussten wir wieder an den Abschied denken, denn am nächsten Tag gings ja sofort nach dem Frühstück wieder los in Richtung Heimat. Einmal genossen wir noch das gute Frühstück, und dann fuhren wir wieder nach Hause, wo auch unsere Bergmurmel wieder zufrieden ihre Kuschelpuppen zusammensuchte und sich von ihren “Strapazen” ausruhte …

Das wars für heuer mit den Urlauben, denke ich. Bis Jahresende werde ich es nun auch ruhiger angehen lassen. 10 Monate purer Stress liegen hinter mir, und es wird Zeit da ein wenig zurück zu stecken. Vielleicht finde ich ja nun auch Zeit meinen anderen Hobbies nachzugehen. Ihr werdet sicherlich wieder was hier auf meinem Blog lesen …

Hier noch die komplette Fotogalerie dazu: >> Mallnitz 2019 – Die Dritte <<

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.

*